Autor Thema: Dungeon ohne Wiederkehr  (Gelesen 7801 mal)

Offline Hellspawn

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Dungeon ohne Wiederkehr
« am: 05. September 2006, 08:47:16 Uhr »
Vorspann

Star Wars Titelmusik und eine schräg nach hinten, in das All hinein
verlaufende Schrift, der folgendes zu entnehmen ist:

In einer Zeit vor der Unseren, in einer Zeit vor der Zeitrechnung, in einer
Zeit vor der die letzten Dungeon vernichtet, die verbliebenen Drachen
getötet und die Helden dieser Welt arbeitslos wurden, trugen sich
Geschichten zu, deren Überlieferungen bis heute überlebt haben.

Diese hier handelt von den wohl bekanntesten vier Vertreten dieser ausgestorbenen
Gattung (nicht der Drachen). In einem einzigartigen Meisterwerk wurden deren
Taten niedergeschrieben, wie sie sich einst wirklich zutrugen. Trotz
zahlreicher Drohungen Mancher die Geschichte nicht zu lesen, der
Aufforderungen alle Aufzeichnungen zu verbrennen, sowie der durchgesetzten
UN-Sanktionen, ist sie hier und heute erschienen.

Begeben sie sich in der nächsten Stunde in die Welt von Turefu dem Krieger, Hobin Rood den
Meisterdieb, Nihilisticus den Paladin und Elfi der Lieben. Lassen sie einen
lieblos verfaßten, nahezu Brechreiz erregend schlechten, von allen Kritikern
zerrissenen Text, Einzug in ihren Alltag gewähren.

(Die in diesem Schriftstück vorkommenden Namen und Personen, sowie die
Schauplätze, sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten
Personen ist rein zufällig und nicht beabsichtigt.)

Musik aus.

Frühmorgens:

Die anderen Mitglieder seiner Gruppe schliefen alle noch. Welch Glück!
Nihilisticus der Paladin lehnte sich über Elfis Schlafsack. Das kleine Gör
hatte die Augen noch geschlossen und schien tief und fest vor sich hin zu
dösen. Ein Lächeln umspielte ihren lieblichen Mund. Wahrscheinlich träumte
sie gerade den Traum in dem sie Prinzessin Elfi von Grinsenhausen war,- also
jenen Traum mit dessen Ausführungen sie die anderen, insbesondere
Nihilisticus, schon so oft, über Stunden hinweg, gelangweilt hatte. Wie er
sie dafür haßte!

Er zog seinen Dolch aus dem Gürtel und betrachtete über
dessen Klinge hinweg Elfis Gesicht. Jetzt würde sie ja sehen was sie davon
hatte, dieses auf ekelerregende Weise ständig gutgelaunte Miststück!
Als er gerade mit seinen Waffe ansetzen wollte, um Elfi ihres blond,
gelockten Haarschopfes zu berauben, schlug sie ihre großen blauen Augen auf
und sah ihn an. Schnell ließ er den Dolch hinter seinem Rücken verschwinden.

"Guten Morgen Nihi!", stieß sie erfreut hervor und drückte ihm einen Kuß auf
die rechte Wange. Eine Woge unvorstellbaren Ekels stieg in ihm empor.
Nihlisticus versuchte seine Fassung wiederzuerlangen,- den Schein aufrecht
zu erhalten welchen er vor den anderen wahren mußte. Keinesfalls dürfe seine
wahre Natur zum Vorschein kommen,- er würde wieder in dieses Kloster
gesteckt werden.

Es war schwer für ihn trotz des schon fast schmerzenden Brechreizes ein
Lächeln zustande zu bringen, und wahrscheinlich glich es ungewollt dann doch
mehr dem irren Grinsen eines Serienkillers, der seiner toten Mutter auf dem
Dachboden gerade zeigen will, um welches Glanzstück er seine Augensammlung
gestern Nacht erweitern konnte. Aber Elfi war nicht gerade die Hellste was
das betraf. In ihren Augen waren alle Geschöpfe dieser Welt brav, lieb und
süß, es sei denn Turefu der Krieger oder Hobin Rood der Meisterdieb, welche
beide noch schliefen, trichterten ihr, im Bezug auf eine bestimmte Person,
etwas anderes ein.

"Guten Morgen Elfi.", brachte er gequält hervor. "Und bitte: Nenn mich nicht
ständig Nihi! Mein Name ist Nihilisticus.", fügte dieser hinzu.
Daraufhin verdrehte Elfi die Augen und sah ihn belehrend an, bevor sie
sagte:
"Nihildingsbums ist aber ein ganz schön doofer Name, viel zu lang und zu
schwer auszusprechen. Ich find einfach Nihi viel besser. Außerdem klingt der
nicht so ernst." Den letzten Satz hatte sie demonstrativ mit einer tiefen
pseudoernsten Stimme gesprochen, wie um dem Ganzen den nötigen Nachdruck zu
verleihen. Nihlisticus wollte gerade seinem Drang nachgeben und damit
beginnen sie an Ort und Stelle zu erwürgen, als ein lautes Gähnen hinter ihm
ertönte. Er drehte sich um.

To be continued ... wenn Ihr Bock habt  :D

Offline HumanGrunt

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Re: Dungeon ohne Wiederkehr
« Antwort #1 am: 05. September 2006, 08:55:56 Uhr »
WEITER!!!!!!
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Offline Hellspawn

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Re: Dungeon ohne Wiederkehr
« Antwort #2 am: 05. September 2006, 09:06:29 Uhr »
Fortsetzung ...

Turefu der Krieger war gerade erwacht.
Dieser saß aufrecht in seinem Schlafsack und streckte seinen unbekleideten,
von zahlreichen Bergen und Tälern übersäten, muskelbepackten Torso.
Das knarren seiner Sehnen ertönte derart geräuschvoll, daß ein Vogelschwarm
der gerade noch in den Bäumen um sie herum verweilt war, panisch aus diesen
aufstieß und in einer, für den Menschen so chaotischen Formation, über ihnen
zu kreisen begann. Als er diese Prozedur, bei der sich Unmengen von menschlichem
Material in Bewegung gesetzt haben mußten, beendet hatte, küßte er, selbstverliebt
wie er nun einmal war, seinen Bizeps.

Dann betrachtete er Elfi und Nihilisticus der seine Waffe inzwischen gänzlich
verschwinden hatte lassen.
"Guten Morgen wünsche ich euch,- meinen treuen Begleitern, welchen ich
erlaubte mich auf meinen Abenteuern im Kampf gegen das Böse zu begleiten.",
verkündete Turefu sich selbst verherrlichend, wie nahezu jeden Morgen.
Nihilisticus, der fand, daß dieser Krieger eindeutig ein zu lautes Organ
besaß, wußte was als nächstes folgen würde.

"HA! Ich weiß das wird heute noch ein erfolgreicher Tag! Ein Tag der die
vielen Heldenepen von Turefu dem Krieger um ein weiteres glorreiches Stück
erweitern werden!", prahlte er, weniger zu Elfi und Nihilisticus gewandt,
als zu der fiktiven Kamera in welche der Krieger sein Gesicht streckte,
bevor er seinen gewaltigen Körper vollends aus dem Schlafsack erhob, seinem
Schwert einen lässigen Tritt verpaßte, worauf es ihm mit dem Griff genau in
die Hand sprang.

Nihilisticus überlegte, schon seit er Turefu das erste mal getroffen hatte,
wie er es wohl anstellen mußte, dieses Schwert so zu präparieren,
daß es ihm einmal, nur ein einziges mal, mit der Klinge voran in die Hand
springen würde.

"Wo wir gerade dabei sind Namen in den Dreck zu ziehen.", sagte
Nihilisticus. "Ich finde Turefu ist ein ziemlich beschissener Name für einen
Krieger. Klingt irgendwie nach Tuntefu, oder Tante Tunte.

Elfi kicherte:
"Was ist denn eine Tunte?", fragte sie, während ihr Blick neugierig durch
die Runde wanderte.
"Ach vergiß es. Das erklären wir dir wenn Du gr..., ähhh, eines Tages etwas
reifer bist.", antwortete Nihilisticus ihr.
Turefu war inzwischen an ihn herangetreten.
"Hah! Wenn ich nicht wüßte, daß du ein Paladin bist, würde ich dir Dererlei
Verunglimpfung meines ach so stylischen Namens wahrhaft übel nehmen.", dabei
schlug er ihm kameradschaftlich, mit der flachen Hand, auf den Rücken.
Das einzige Problem war nur,- dieser omnipotente Kontinentalmuskel war nicht
in der Lage, einen solchen Schlag auch in der angebrachten
kameradschaftlichen Stärke zu dosieren.
Nihilisticus spürte wie seine Rüstung am Rücken eingedellt wurde.
Um die Situation nicht auch noch peinlich für ihn aussehen zu lassen,
zwang er sich auf den Beinen zu bleiben und zu lächeln,
zumindest würde er dieses irre Grinsen wieder zustande bringen.
Ein paar Sekunden vergingen in denen sich ein paar, jetzt lose,
Schrauben, scheppernd ihren Weg durch die Rüstung, nach unten, zu seinen
Stiefeln hin, suchten.

"So wird's wohl sein...", stammelte Nihilisticus, ohne dabei seine Miene zu
verändern, sich fragend ob er in den folgenden Nächten noch auf seinem
Rücken schlafen könnte.

"Na, dann wollen wir doch mal sehen ob wir nicht Hobin, meinen treuen
Begleiter, diese Schlafmütze wach bekommen." Turefu schritt unbeirrt zu
dessen Schlafsack hinüber und versetzte diesen einen "sanften" Tritt.
Wer wünscht es sich nicht, so geweckt zu werden, dachte Nihilisticus.

Fortsetzung folgt ...

Offline HumanGrunt

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Re: Dungeon ohne Wiederkehr
« Antwort #3 am: 05. September 2006, 09:22:08 Uhr »
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Offline Hellspawn

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Re: Dungeon ohne Wiederkehr
« Antwort #4 am: 05. September 2006, 11:04:16 Uhr »
Fortsetzung

Zehn Minuten nachdem Hobin Rood der Meisterdieb aus dem Schlafsack gesegelt
war,- natürlich nicht ohne kopfvoran eine fatale Bruchlandung an einem Baum
hinzulegen, hatte Turefu den Versuch, seinen bewußtlosen Freund mittels
"leichtem Tätscheln" wach zu bekommen, immer noch nicht aufgegeben.

Nihilisticus war überzeugt davon, daß Hobin von diesem "Wachtätscheln
 zumindest ein paar gelockerte Zähne zurückbleiben würden. Einzig und allein
Elfi fand diese Einlage, wie eigentlich alle Unfälle die Hobin erlitt,
urkomisch. Sie gluckste immer noch, Gefahr laufend von einem erneutem
Lachanfall heimgesucht zu werden, vor sich hin. Er fand dieses
allmorgendliche Chaos, welches Turefu jedesmal wieder verursachte zutiefst
befriedigend,- vor allem wenn jemand anderes den Senf abbekam.

Dann schrie Hobin plötzlich voller Schmerzen auf, als Turefu ihn gerade
erneut tätschelte:
"FINGER WEG DU PROLL!!!", ertönte es.
"Ahhh, ist unsere Mimöschen wieder zu Sich gekommen?", begrüßte ihn der
Krieger während er in seine Hände klatschte.
"Mimöschen!? ICH-BIN-ACHT-METER-DURCH-DEN-WALD-GESEGELT!", brüllte ihn Hobin
an.
"Nanana, nicht übertreiben. Das waren höchstens 5 Meter.", stellte Turefu
die Situation richtig. "Das wird meinem kleinen, geschickten Freund wohl
nichts anhaben können, oder?"
"Scheiße, mein Kopf! Wo ist unser Sanipriester? Kann der mich nicht schnell
mal heilen?" Hobin sah sich um, dann wieder Turefu an.
"Neeein, kann er nicht,- den hat ja Turefu letztens aus Versehen im Fluß versenkt,
als wir diesen überqueren wollten. Nein, nein hat er gesagt der Turefu, ich werf
dich locker bis nach drüben. Mach Dir wegen der Bäume keine Sorgen, ich werd
schon treffen, daß hat er gesagt der Turefu!" Hobin machte seinen Ärger
Luft, was Turefu allerdings nicht im Mindesten zu stören schien. Dieser
küßte schon wieder seinen Bizeps.

Nihlisticus konnte sich noch gut daran erinnern. Es wäre prinzipiell ein
Leichtes gewesen den etwas angeschlagenen Priester aus den reißenden Fluten
zu bergen,- hätte er nicht, als die anderen die Klippen gerade nach unten
kletterten, um eben dies zu bewerkstelligen, aus versehen die Gerölllawine
in Bewegung gesetzt, die dem heiligen Mann den Rest gab. Er hatte Priester
noch nie gemocht, was wohl an seiner Kindheit im Kloster lag, und außerdem
mußten sie dann ja noch Hobin retten, der aus irgendwelchen Gründen den Halt
verloren hatte. Damit blieb den anderen zumindest ein gewisser Teilerfolg.

Diese Geschichte war jetzt beinahe zwei Wochen her und der Dieb nahm sie
Turefu immer noch übel,- wahrscheinlich weil er die Heilkräfte des Mannes am
dringendsten benötigte. Hobin war nun einmal der Typ Mensch, der es
bewerkstelligen konnte sich beim Scheißen das Genick zu brechen.
Als er sich wieder beruhigte und Elfi aufhörte zu lachen, gab Turefu den Befehl zum Aufbruch.

"Nun denn, lasset uns unsere Pferde satteln und in Richtung des Dungeon ohne
Wiederkehr reiten, dort das letzte Gefecht mit dem Bösen führen, siegreich
zurückkehren und meine Heldenepen unters Volk bringen...", er sah sich kurz
verdutzt um. "Ach ja! Pferde! Die sind uns ja vorgestern Nacht durchgegangen
weil sie ein gewisser Hörr Hobin nicht richtig angebunden hat", sein Blick
erfaßte diesen wieder.

"ICH-HAB-DIE-PFERDE-RICHTIG-ANGEBUNDEN!", brüllte der Beschuldigte zurück.
Ja, das hast Du ausnahmsweise wohl, dachte Nihilisticus, den Blick
scheinheilig in Richtung des Himmels gerichtet.
"Genauso wie Du letztens die Wachen überlistet hast? Wer ist denn
anschließend gekommen und hat dich befreit? Na, wer war das wohl. Genau,-
dein treuer Freund Turefu, der war´s."
"Ja, es war ja auch eine so tolle Idee von dem Hörrn Turefu mich erst zu
erschlagen, als Leiche rauszuschmuggeln und anschließend wiederzuerwecken!
Das nehm ich dir übel! Nur das du´s weißt!", er hatte inzwischen, genau wie
Turefu, einen hochroten Kopf bekommen.

"Jetzt hört mal auf zu streiten!", quengelte Elfi dazwischen.
Beide sahen kurz zu ihr hinüber, dann verstummten sie, den Blick betreten zu
Boden gerichtet. Elfi war zwar eine durchaus erwachsene Halbelfe, jedoch
wegen des Unfalls in der Elfenweinfabrik bis heute etwas,- um es auf den
Punkt zu bringen,- zurückgeblieben. Es beschämte sie vor jemanden mit einer
solch kindlichen Natur zu streiten, zumal Elfi die Liebe noch nichts von dem
tragischen Verlust ihres Gruppenmagiers Pandalf, letzte Woche, erfahren
hatte.

"Können wir dann endlich aufbrechen? Ich sing auch wieder mein Wanderlied
für euch!", versuchte sie die beiden Streithähne weiter zu besänftigen.
Kaum hatte die Kleine den Satz ausgesprochen, grinste Nihilisticus wieder
auf diese seltsame Weise,- ähnlich als hätte er sich gerade in die Hose
geschissen, dachte Turefu.

Fortsetzung folgt

Offline HumanGrunt

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Re: Dungeon ohne Wiederkehr
« Antwort #5 am: 05. September 2006, 11:45:21 Uhr »
MEEHEEEERRRR
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Offline Hellspawn

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Re: Dungeon ohne Wiederkehr
« Antwort #6 am: 05. September 2006, 12:03:56 Uhr »
OK ... ihr bekommt mehr ... Fortsetzung ...

"Nun gut, meine Begleiter, lasset uns zuerst neue Pferde besorgen, um
zumindest ein wenig stylischer auszusehen wenn wir durch die Gefilde
wandern.", verkündete Turefu, bevor er seinem Bizeps wieder zu verwöhnen
begann.

Plötzlich, ohne jegliche Vorwarnung, fragte Elfi:
"Wo ist eigentlich Pandalf hin?"
Sie blickte sie alle drei mit großen Augen an.
"Also Kleines, ich wollte es dir ja eigentlich schonend beibringen,... in
zwei, oder drei Wochen zumindest."
Turefu wußte genau, daß sie in zwei, drei Wochen keineswegs mehr in der
Lage war sich auch nur im Mindesten daran zu erinnern wer dieser Magier Pandalf war.
"Der von uns allen sehr geschätzte Pandalf hatte leider einen tragischen Unfall."
führte er etwas zögerlich weiter aus.

Elfi sah ihn immer noch mit großen Augen an.
"Wie soll ich sagen... Als er von unserem letzten Abenteuer nach Hause
kam... Du weißt ja, er hat diese Katze...", während er das sagte fuchtelte
er nervös mit den Händen herum, als ob er erwarten würde, daß bei Elfi jeden
Moment der Groschen fällt.
"Er hatte vergessen deren Futternapf anzufüllen bevor er mit uns aufbrach.
Das Tier war ziemlich sauer deswegen... Es hat ihm Eine mit den Krallen
verpaßt, mußt du wissen...", er hielt kurz inne.
"Ja, na und?" Elfi sah jetzt verdutzt drein.
"Er war erst auf der ersten Stufe..." Turefu hoffte, daß sie es jetzt
schnallen würde.

"Oh! So ein Unglück. Habt ihr ihn denn nicht Wiedererweckt?"

"Ich kann mich da an so eine Geschichte mit einem Priester, der eigentlich
für die ganze Wiedererweckerei zuständig war, erinnern...", begann Hobin,
bevor er von Turefu unterbrochen wurde.

"Das machen wir dann in zwei, oder drei, Wochen. In Ordnung?" Er hatte einen
hoffnungsvollen Gesichtsausdruck, als er das aussprach.
"Von mir aus... Von welchem Priester redet ihr eigentlich dauernd?",- wieder
ziemlich neugierig. Hobin und Turefu blickten sich kurz erleichtert an.
"Ach, von keinem." Der Krieger wedelte lässig mit der Hand als ob nichts
gewesen wäre, womit das Thema, zumindest vorläufig, beendet zu sein schien.

Sie begannen damit ihr Reisegepäck zusammenzupacken und machten sich auf den
Weg zur nächsten Gaststätte, (in der sie natürlich auch übernachten hätten
können,- aber das wäre Turefu dem Krieger zu unstylisch gewesen) um sich
neue Pferde zu besorgen. So wanderten sie dahin, Elfis Lied, in dem sie die
Sonne, Bäume und was sie sonst noch alles in ihrem Blickfeld lag, begrüßte,
lauschend,- mit einem grenzdebil grinsenden Nihlisticus als Schlußlicht.

Fortsetzung folgt ...

Offline Ye ol' Dinkley McD0nk

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Re: Dungeon ohne Wiederkehr
« Antwort #7 am: 05. September 2006, 12:11:25 Uhr »
sehr toll ^^
Männer sind wie Mikrowellen: Von einer Sekunde auf die nächste auf Betriebstemperatur. Frauen sind anders.
Kleiner Tipp von Oma: Du musst den Ofen erst anheizen, bevor du den Kuchen reinschiebst!

I fear no evil, for i am fear incarnate!

Zitat
LEXX sagt: Kein Wunder, dass es Kriege gibt. Es ist einfacher, dämlichen Menschen eine reinzuhauen, als jahrelang auf sie einzureden.

Ein Tag ohne Banane, ist wie ein Tag ohne Sonne.

<F0>: Widerstand ist F0lem

Kane

Offline Hellspawn

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Re: Dungeon ohne Wiederkehr
« Antwort #8 am: 05. September 2006, 12:53:16 Uhr »
Später an diesem Tag ...

Turefus Ritt zum Dungeon ohne Wiederkehr (DOW) - Take 1

Was für ein Gefühl endlich wieder ein Pferd unter seinem Arsch zu haben!

Turefu galoppierte dahin, den Wind im Gesicht, die Sonne spiegelte sich auf
seinem eingeölten Torso wieder, sein langes Haar wehte hinter ihm her.
 
Es folgt eine Zeitlupeneinstellung.

Der Krieger zieht sein Schwert und wirbelt es wild, hoch über seinen Kopf.
Kurz bevor dieser die Kamera passiert grinst er, gerade so, daß seine Zähne
einen Moment zu sehen sind und sich die Sonne auf diesen brechen kann. PING.
Als er dann am Bild vorbeirast kann der Zuschauer einige kleinere Steine erkennen
die von den Hufen des Pferdes hochgeschleudert werden, dann scheinbar an der
Rückseite der Leinwand abprallen.

Es folgt eine dunkle Staubwolke die den gesamten Ausschnitt einhüllt.
Die Kamera schwenkt um 180 Grad.

Der aufgewirbelte Staub bildet eine, vom Wind seitlich verwehte Linie, bis
hin zu Turefu und seinem Reittier, die am Horizont verschwinden.
Eine dunkle, männliche Stimme ertönt aus dem Off:
"TUREFU, ein Mann und der von ihm gerade erst geklaute Gaul kämpfen gegen das Unrecht."
Der Titelsong folgt.

"Hallo liebes Gras, hallo liebes Häschen, hallo liebe Blätter, hallo liebe
Pferdeäpf... Ihhhhh!!!", so war das wenn Elfi ihre Wanderlieder vor sich
herträllerte.

Nihilisticus hatte sich inzwischen seinen letzten Rest Sigelwachs in die
Ohren geträufelt. Die Schmerzen des heißen Materials empfand er immer noch
angenehmer als Elfis glockenhelles Singsang.

So ritten sie gemütlich dahin.
Hobin sah zu Nihilisticus hinüber. Diese Miene machte ihm langsam Sorgen. Er
fand, daß der Paladin in letzter Zeit gar nicht gut aussah. Als sie sich
nach dem Urlaub in der Stadt wieder getroffen hatten, waren dessen
Nasenlöcher seltsam gedehnt gewesen,- außerdem wies sein Gesicht eine Menge
Kratzspuren auf, die erst jetzt zu verheilen schienen. Sie wollten ihn zur
Rede stellen, aber Nihilisticus hatte nur breit gegrinst und gemeint er
würde ihnen die Geschichte ein andermal erzählen. Hobin war das nur Recht
gewesen, denn ihn selbst mußten die anderen, wegen seines mißlungenen
Einbruchs und Turefus überaus genialen Rettungsversuches, erneut
wiedererwecken lassen. Danach fühlte Hobin sich immer ein paar Tage ganz
duselig.

"Der kommt sicher zurück, sobald er gemerkt hat das wir ihm nicht gefolgt
sind. So wie immer.", versuchte Hobin ein Gespräch anzufangen. "Turefu, mein
ich.", ergänzte er nach einem kurzen Augenblick des Schweigens.

Der Paladin schien ihn nicht zu hören. Vielleicht betete er gerade zu seinem
Gott, dachte der Dieb. Möglicherweise rührt daher auch dieser
Gesichtsausdruck. Es war durchaus denkbar, daß es etwas mit Hingabe zu tun
hat, führte er seinen Gedanken weiter. So würde es wohl sein. In diesem Fall
wollte er den ehrenhaften Mann zu seiner Rechten nicht weiter stören.

Nihilisticus fand es zum kotzen, daß sie wieder Pferde besaßen. Bei all der
Mühe die er sich gemacht hatte diese loszuwerden. Eigentlich war es durchaus
auf der Hand gelegen, daß sie mit Hilfe des Meisterdiebes die Tiere, ohne
größere Probleme, stehlen konnten.

Dem Plan nach, zumindest in jenem den sie auch Hobin Rood mitteilten,
sollte der Dieb über das Dach des Stalles in diesen einsteigen, das Tor
von Innen öffnen und die Salamis auf vier Hufen hinaus, zu den anderen treiben.

Natürlich wußten sie alle wie es eigentlich kommen sollte.
Die drei warteten vor der Gaststätte bis Hobin mit einem lautem Schrei und
nicht leiserem Gepolter vom Dach stürzte, wobei er die Dachrinne mit sich nahm
und mitsamt dieser in dem Pritschenwagen, der im Hof geparkt hatte, einschlug.
Das Gefährt setzte sich daraufhin natürlich sofort in Bewegung, rollte ungebremst
über den nicht ganz ebenen Platz und kollidierte schließlich mit dem Holzschuppen
gegenüber.
Dessen Wand hielt dem Aufprall nicht statt. Der Dieb, inklusive Teile des Wagens,
wurden ins Innere des Raumes geschleudert. Später sollte sich herausstellen, daß der
Wirt dort seine agrarwirtschaftlichen Gerätschaften wie Sensen, Mistgabeln,
Schaufeln und dergleichen zu lagern pflegte.
Jedenfalls waren die Wachen nach dieser ungestümen Attacke und nicht zuletzt
durch die Stunden dauernde Bergungsaktion, die sie durchführten um den Eindringling
festnehmen zu können, derart abgelenkt, daß sie nicht bemerkten, wie die drei ihnen die
Pferde stahlen. Höchstens Elfis Gekichere hätte sie beinahe verraten. Später
befreiten sie den etwas ramponierten Dieb.
Hobin bestand, wie immer nach seinen Fehlschlägen, vehement darauf,
daß diese geniale Aktion genau das war, was er herbeiführen wollte und sie nur
deshalb zum Erfolg gelangt sein.
Alle hatten ihm zugestimmt und zu seiner Heldentat beglückwünscht.
Schließlich verpaßten sie Hobin noch ein paar Verbände und machten sich dann
wieder auf den Weg.

Fortsetzung folgt ...
« Letzte Änderung: 06. September 2006, 08:43:57 Uhr von Hellspawn »

Offline Hellspawn

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Re: Dungeon ohne Wiederkehr
« Antwort #9 am: 05. September 2006, 13:20:35 Uhr »
Fortsetzung ...

Wie immer war Turefu voraus geritten. Sobald er auf einem Pferd saß konnte
er nicht anders, als mit diesem im Dauergalopp durch die Landschaft zu
preschen. Keiner von ihnen wußte was dabei in dem Krieger vorging und
zumindest Nihilisticus hatte für sich beschlossen, daß er es gar nicht
wissen wollte.

Meistens, wenn Turefu merkte das seine "Begleiter" nicht in dieses
halsbrecherische Tempo gefallen waren, hielt er inne und wartete
bis er von ihnen wieder eingeholt wurde. Natürlich stürmte der Krieger dann
sofort wieder von neuem los, das Spiel wiederholend.

Als der Tag langsam zu Ende ging, konnten sie ihn in der Ferne erkennen.
Turefu ging ihnen bereits entgegen, sein Pferd am Schweif hinter sich
herziehend. Auch aus der Distanz konnten die drei erkennen, daß dieses am
Rücken lag, vermutlich die Zunge aus dem Maul hängen ließ, und alle Hufe von
sich streckte.
Neben Gruppenmitglieder waren Pferde sein hauptsächliches Verschleißmaterial.
Keiner von ihnen hatte bis jetzt ein Reittier gesehen, welches dem
wild-durch-die-Gegend-Gestürme des Kriegers länger als einen, oder zwei Tagen, standhielt.
Möglicherweise würde Nihilisticus´ geheiligtes Tier diese Strapazen aushalten,
wenn es sich denn im Betracht auf die Drogenexzessen, denen dieses ständig
ausgesetzt wurde, und dies wußte nur der Paladin selbst, überhaupt zu einer
derartigen Geschwindigkeit bewegen ließe.

Turefu der Krieger stieß schließlich mit den anderen zusammen. Ohne zunächst
ein Wort zu sagen hielt er demonstrativ das Pferd hoch und deutete darauf,
als würden die anderen angesichts dessen sofort die selbe Empörung empfinden
wie er.
"Also so einen schlechten Gaul hatte ich noch nie.", raunzte der Krieger,
wie so oft nachdem er einen dieser zugrunde geritten hatte. Es sei denn das
Dahinscheiden wurde durch einen Unfall, wie zum Beispiel einer Kollision mit
einem Baum, oder ähnlichem, verursacht.
Dann maulte Turefu immer darüber wie schlecht sich sein Untersatz doch manövrieren
hatte lassen, oder wie "scheißblind", ähnlich pflegte er es dann auszudrücken,
dieser doch gewesen wäre. Keiner von ihnen konnte mehr zählen wie oft sie schon die Fetzen eines
über zwanzig Meter verteilten Rosses aus den Wäldern räumen mußten.

"Was für einen Waldläufer unser Turefu doch abgeben würde!", verkündete
Nihilisticus.
"Geheiligt seien die mannigfaltigen Fähigkeiten unseres Anführers!"
Der Paladin hob dabei beschwörend seine Arme, richtete den
Blick in Ferne. "Mit seiner Muskelkraft ersetzt er jeden auf Schlösser
spezialisierten Dieb, sein messerscharfer Verstand läßt die Magier dieser
Welt beschämt zu Boden blicken, das unzählige Wissen über welches er verfügt
stellt jeden Priester in den Schatten und angesichts des Humors in
Kombination mit der bis jetzt unübertroffenen, wenn auch zweideutigen
gemeinten, Schlagfertigkeit wirkt jeder Barde wie ein billiger
Schmierenkomödiant! Die Götter mögen dich segnen! Dich, den Mr.
Entertainment!"

"Hah! Ich danke euch, mein treuer Begleiter. Ihr erfüllt mich mit Stolz",
kommentierte der Krieger die sarkastische Geste des Nihilisticus´ und küßte
daraufhin seinen Bizeps, der an manchen Stellen schon Knutschflecken
aufwies.
"Nun denn, wie dem auch sei, ich benötige einen neuen Gaul, der mich trägt.
Einen welcher mich im gebührlichem Maße würdevoll erscheinen läßt."
Turefu liebäugelte das stumpf dreinblickende Pferd des Paladins.

"Macht doch mal Platz." Im gleichem Atemzug sah sich Nihilisticus von seinem
heiligen Reittier geworfen.
Als er sich wieder aufgerichtet hatte, den Mund immer noch voller
Strauchwerk, saß der Krieger schon auf seinem Eigen und wollte diesem die
Sporen geben. Das Pferd sah daraufhin gelangweilt einmal nach links, dann
nach rechts und begann schließlich zu grasen.
Angesichts der Extraportion des Schwarzen Lotus den es heute Morgen
von Nihilisticus erhalten hatte, nichts das ihn überraschen konnte.

"Was ist denn los mit diesem Mistvieh?", stieß der Krieger überrascht
hervor, immer noch bei dem Versuch das Pferd in Bewegung zu setzen.
"Ähhh, das ist ein heiliges Tier, mußt Du wissen...", erklärte Nihilisticus.
"Es läßt sich nur von seinem Herren reiten."
"Achso-aha!" des Kriegers Blick erfaßte Hobins Roß.

Während dieser ähnlich unsanft aus dem Sattel gebeten wurde, ging er zurück
zu seiner treuen Brunhilde und strich ihr sanft über die Nüstern. Als er
sich sicher war, daß die anderen gerade nicht zu ihm herüber blickten,
zauberte er ein paar der schwarzen Blätter aus seiner Gürteltasche und hielt
sie ihr unter das Maul. Gierig wurden diese verschlungen.
Langsam aber sicher überschritt der tägliche Konsum der Droge seine finanziellen Mittel.
Nihilisticus überlegte, ob er bei seinem Heimattempel vorgeben solle, er
habe Brunhilde bei einem der vielen Abenteuer verloren, wahrscheinlich würde
er so einen neuen, zumindest in den ersten Jahren noch günstigeren Gaul,
bekommen.

Fortsetzung folgt ...

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Re: Dungeon ohne Wiederkehr
« Antwort #10 am: 05. September 2006, 14:19:42 Uhr »
Fortsetzung ...

Kurz nach dieser Reorganisation und ein paar Kilometer weiter,
Hobin war dazu verdonnert worden hinter ihnen herzulatschen,
stießen die vier Helden auf ein Schild an der Straße.
Sie blieben kurz stehen und betrachteten dieses.

Es vergingen ein paar stille Sekunden bis der Krieger verlegen zu
sprechen begann:
"Öhhmm, was steht denn auf diesem Schild? Die Schrift ist von der Witterung
derart zerfressen, daß es mir nicht möglich ist sie zu entziffern."
Und das von dem Mann der vorgab die Augen eines Falken zu besitzen.

Natürlich war es kein Geheimnis, daß Turefu weder des Schreibens noch
des Lesens mächtig war und wahrscheinlich würde er diese Fähigkeit auch
nicht mehr erlernen, angesichts der seltsamen Entwicklung der man in dieser Welt ausgesetzt war,
bei der zwar die Kampfeskraft ständig steigt, nur selten jedoch andere Fertigkeiten.

"Da steht: Letzte Gaststätte vor dem Dungeon ohne Wiederkehr (DoW) und
wenn ich letzte sage, meine ich letzte." las ihm Hobin den seltsamen Text vor,
von dem man meinen könnte eine höhere Macht gab ihnen an diesem Punkt ihres
Abenteuers einen subtilen Hinweis.

Sie sahen sich alle kurz an.
"Nun, wenn es sich um die letzte Gaststätte vor dem DoW handelt sollten wir
diese Gelegenheit nutzen und dort einkehren, denke ich.", meinte Turefu.
"Ja, besser wir leisten diesem eindringlichen Hinweis folge. Bevor wir noch
Ärger kriegen.", stimmte ihm Hobin zu.

Nihilisticus und die singende Elfi erklärten sich ebenfalls einverstanden.

Lesen Sie morgen...
"In der wirklich letzten Gaststätte vor dem Dungeon ohne Wiederkehr (DoW)"
Fortsetzung folgt...


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Re: Dungeon ohne Wiederkehr
« Antwort #11 am: 06. September 2006, 08:43:33 Uhr »
Fortsetzung ...

In der wirklich letzten Gaststätte vor dem Dungeon ohne Wiederkehr (DoW)

Sie hatten alle an einem der kreisrunden Tische Platz genommen und warteten
darauf, daß der Wirt kommen würde. Der Schankraum des großen Gebäudes wirkte
gemütlich. Die Wände, an denen auch die Öllampen, welche den Raum erhellten,
befestigt waren, wurden darüber hinaus auch mit Fellen, sowie so manchen
ausgestopften Schädel eines Tieres geziert.

Sie mußten Elfi insgesamt dreimal davon abhalten mit diesen ein Gespräch anzufangen.
Kein leichtes Unterfangen,- wenn man berücksichtigte, daß ihr niemand sagen wollte wie
diese Tiere an die Wand gelangt waren.

Turefu der Krieger hatte sich inzwischen der seltsamen, braunen Glasphiole,
die an ihrem und auch auf den anderen Tischen standen, zugewandt. Er
musterte stirnrunzelnd das Etikett, hielt dann die Flasche weit von sich,
ohne dieses aus dem Blick zu verlieren und kniff die Augen zusammen.

"Meine Reiteraugen scheinen noch zu sehr auf meinen stürmischen Ritt heute
Nachmittag eingestellt zu sein. Kann mir jemand sagen was auf diesem Etikett
steht?", versuchte er eine weitere peinliche Situation zu überspielen.

"Zeig mal." Hobin griff sich die Phiole. "Da steht: Maggy.", berichtete er,
nicht ohne einen tadelnden Blick auf den Krieger zu werfen.

"Magie? So ein Blödsinn! Wer würde schon Magie in eine Flasche stecken?",
tat Turefu die Erklärung des Diebes ab.
"Ich sagte da steht: MAGGY, nicht: Magie, Hörr Alphabet.", gab dieser
erzürnt zurück.
"Und was soll das sein, dieses MAGGY? Kann mir das der Hörr Ich-Weiß-alles
einmal erklären?"
"Ach, leck mich doch mal am...", setzte Hobin mit geballter Faust an, als er
von Elfi unterbrochen wurde.
"Ich werde vor dem Essen noch schnell mal Pipi machen gehen.", verkündete
sie, erhob sich vom Tisch und verschwand schließlich in dem Gang neben der
Theke.
Die Blicke der beiden Streithähne richteten sich auf Nihilisticus, der bis
jetzt still dagesessen hatte.
"Was? Was ist los?", wollte dieser wissen.
"Vielleicht solltest du es unserer kleinen Freundin gleichtun und schnell
noch einmal Kacken gehen. Ich hab keine Lust mehr dir jedesmal, wenn es dich
in der Hose zu kneifen beginnt, dabei zu helfen den Hinterteil deiner
Rüstung abzuschrauben, auf das der Hörr Ich-hab-weder-Blase-noch-Darm-unter-Kontrolle
sein Geschäft verrichten kann." giftete ihn Hobin an.

Da hatte der Dieb vollkommen recht, fand Nihilisticus. Seine Rüstung war, in
dieser Hinsicht, wirklich ein Problem. Er verstand auch warum Hobin keine
Lust mehr hatte ihm bei der Verrichtung seines Geschäfts zu helfen,- nachdem
er das letzte mal genau in dem Moment abpfefferte, als dieser den Deckel, an
seiner Rückseite, öffnete. Was für eine schöne Sauerei dies doch gewesen
war. Hobin verweigerte es zwei Tage auch nur ein Wort mit ihm zu wechseln.
Nicht das ihm solches unrecht gewesen wäre. In Anbetracht der Tatsache, daß
der Dieb bestialischer als das Innere eines Drachenklosetts gestunken hatte,
wollte eigentlich niemand mehr mit ihm reden. Genaugenommen verweigerte ihm
sogar sein Pferd den Dienst,- bevor sich später Turefu an diesem zu schaffen
machte und es zugrunde ritt.

Nihilisticus schüttelte den Kopf "Nein ich muß nicht, ehrlich."
Die beiden anderen sahen ihn noch einen Moment mißtrauisch an, während
Nihilisticus entschied, daß morgen Vormittag eine gute Zeit für sein
Geschäft sein würde.

Schließlich trat der Wirt an ihren Tisch. Dieser war in seinen besten
Jahren, allerdings schon ein wenig dickleibig und besaß fast keine Haare
mehr.
"Meine Herren, was darf es denn sein?", fragte dieser.
Turefu sprach für sie alle:
"Für jeden ein Bier,...", zählen konnte dieser Hammel auch nicht, "...ein
Tagesmenü und erklärt uns doch bitte was dieses MAGGY sein soll.
Anschließend dürft ihr auch eines der Schwerter, in die ich meinen Namen
eingravieren habe lassen, an eure Wand hängen. Am besten irgendwo, wo es
jeder sehen kann. Immerhin habt ihr nicht jeden Tag einen Helden wie mich zu
Gast."
Der Wirt verdrehte daraufhin die Augen, nickte dann zustimmend und fuhr fort:
"Drei Bier, dreimal das Tagesmenü. Gut." Dann deutete er auf die Phiole
"Das ist Maggy.", begann er. "Man kann es zur Würzung in die Suppe geben.
Die meisten meiner Gäste mögen es sehr."
"Stellt ihr das selbst her?", wollte Hobin wissen, während er die Flasche
musterte.
"Ja, wir haben im Keller eine hauseigene Produktion." Der Wirt schien immer
ungeduldiger zu wirken. "Sonst noch was?"
"Nein. Beeilt euch mit dem Essen,- mein Magen führt schon Luftsprünge auf.",
antwortete Turefu, der nur selten ein nutzloses Wort wie "Bitte", oder "Danke" verwendete.
Der Wirt verschwand dann wieder hinter der Theke.

Als das Essen kam scheuten sie sich nicht das Maggy auszuprobieren.
Schließlich waren sie Abenteurer, die sich von allem was für sie neu war
regelrecht magisch angezogen fühlten,- wie es sich eben gehörte.
Elfi war von ihrem Geschäft immer noch nicht zurück.

Offline HumanGrunt

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Re: Dungeon ohne Wiederkehr
« Antwort #12 am: 06. September 2006, 08:48:33 Uhr »
Abpfefferte  ;D ;D ;D

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Offline Hellspawn

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Re: Dungeon ohne Wiederkehr
« Antwort #13 am: 06. September 2006, 10:10:04 Uhr »
Fortsetzung ...

Als sie den dunklen Gang neben der Theke, welcher augenscheinlich zu den
Toiletten führte, betreten hatte wurde es ihr zu dunkel. Zunächst versuchte
Elfi sich an den Wänden entlang zu tasten, bis sie sich den Kopf an einem
Balken stieß. In diesem Moment verschwamm ihr Blickfeld kurz, schrumpfte
zusammen auf einen kleinen leuchtenden Ball, bevor dieser sich wieder auftat
und ihr die, jetzt in grün getauchte, Umgebung offenbarte.

Sie vergaß jedesmal wieder auf ein Neues, wie man die Gabe der Infravision,
welche ihre Rasse besaß, nutzte. Normalerweise versetzte Hobin, oder Nihilisticus, ihr
rechtzeitig einen Klaps an den Hinterkopf, wenn es nötig war im Dunklen zu
sehen. Elfi mußte wieder kichern. So ein glücklicher Zufall aber auch, daß
mit dem Balken.

Sie sah sich kurz um. Dieses grün gefiel der Kleinen immer wieder,-
allerdings entzog sich ihr immer noch der Sinn des Fadenkreuzes und der
seltsamen Zahlen, welche ständig am Bildrand entlang wanderten. Manchmal
wurden auch alle Personen die sie sah mit einem Kästchen markiert und als
"Target" bezeichnet. Daraufhin folgten meist immer mehr Zahlen, mit denen
Elfi noch weniger anzufangen wußte.

Gerüstet wie sie jetzt war, folgte sie den Gang weiter. Zu ihrer Linken, wie
zu ihrer Rechten, waren jede Menge Türen,- alle unbeschriftet. Elfi fragte
sich wie sie so jemals die Toilette finden sollte, wenn hier niemand die
richtigen Symbole für Männlein und Weiblein, welche auch sie verstand,
anbringen konnte. Schön doof, fand sie das.

So beschloß das Halbelfchen einfach eine der Türen der linken Seite
auszuprobieren, was sich als folgenschwerer Fehler entpuppen sollte.

In dem darauf folgenden Raum waren weitere drei Türen. Elfi verließ sich auf
ihren "Instinkt" und ging durch eine dieser. Danach hatte sie noch ein paar
weitere Türen durchschritten, war zwei Treppen nach unten und eine nach oben
gegangen. Jetzt hatte sie völlig die Orientierung verloren. Doofer ging es
eigentlich gar nicht mehr, fand sie. Die Hoffnung nicht aufgebend stieg sie
schließlich noch eine Leiter hinunter, die an eine Tür mit der Aufschrift
"Maggy Produktionszentrale", eine Zeile darunter "Unbefugten ist der
Eintritt nicht gestattet!", führte. Elfi überlegte angestrengt ob sie nun
befugt oder unbefugt sei. Sie kam zu dem Schluß, daß sie diesen ganzen
Befugniskram eigentlich für Dumfugnis hielt.
Also trat das Halbelfchen ein. Sie fand sich in einer riesigen Halle wieder.
Überall waren Förderbänder montiert auf denen irgendeine undefinierbare Masse lag.
An manchen Stellen konnte sie Trichter erkennen, aus deren Öffnungen
die Hinterteile von ganzen Kühen ragten.
An den Vorderseiten dieser traten die toten Tiere als Kuhspaghetti aus
und wurden der Masse auf der Fördertechnik beigefügt.
Weiter hinten fand sich noch ein Trog, der entfernt an eine Waschmaschine
erinnerte. In diesem lief der grüne (Elfi war sich nicht sicher ob sie ihre
Infravision noch eingeschalten hatte) Schleim zusammen, wurde mit einer
gelblichen Flüssigkeit vermengt und anschließend in den braunen Fläschchen
abgefüllt. Eigentlich war das nicht der Ort den Elfi aufsuchen wollte. Sie
drehte sich um und stieß beinahe mit der Gestalt, die plötzlich hinter ihr
aufgetaucht war zusammen.

Jener Mann war in eine dunkle Robe gehüllt, trug um den Hals ein Amulett auf
dem sich ein Totenkopf, umsäumt von einem Pentagramm, abbildete und hatte
die Kapuze tief in das Gesicht hängen,- so, daß man dieses nicht richtig,-
mit Außnahme der rot leuchtenden Augen, natürlich, sowie der unteren Hälfte
des Kinns, welche mit Eiterbeulen, teilweise auch mit Schwären, übersät
war,- erkennen konnte.

"Boah! Hast du mich aber erschreckt!", begann Elfi. "Das ist nicht fein sich
so von hinten her an einen anzuschleichen.", tadelte sie die Gestalt.
Diese kommentierte ihre Kritik mit einem langezogenem, kehligem Grunzer.
"Laß mich vorbei, ich muß aufs Klo." Elfi versuchte den Mann wegzudrängeln,
worauf dieser sie unsanft am Arm packte. Nach einem weiteren Grunzen begann
der Mann, der anscheinend an einem dicken Kehlkopfkrebs litt, zu sprechen:
"Ich, der Bote der Finsternis, bin gekommen um dich und deine Freunde davon
abzuhalten den Dungeon ohne Wiederkehr aufzusuchen. Mein Meister der über
die dunklen Mächte herrscht wird es keinesfalls dulden, daß...

Elfi unterbrach den Mann:
"Dein Kinn sieht ja echt schlimm aus. Benutzt du keine Salben gegen die
Herpes?" Sie sah den Boten kritisch an. "Du weißt schon, daß man da was
machen kann, oder? Setz dich mal da hin." Elfi drückte den Boten auf einen
Stuhl, der mitten im Raum stand und zog ihm die Kapuze zurück. Das Gesicht,
welches sich auf dem jetzt entblößtem, kahlem, von zahlreichen Eiterbeulen
heimgesuchten Schädel fand, wies einen überraschten Ausdruck auf. Die rot
leuchtenden Augen erloschen in diesem Augenblick und ließen leere, dunkle
Höhlen zurück.
"Was bei allen Dämonen der Hölle hast Du vor mit mir!?", wollte der von
Panik heimgesuchte Mann wissen.
"Mal sehen wie ich dir da helfen kann." Elfi kramte in ihrem Rucksack herum
und förderte ein paar Fläschchen, Dosen und anderen Krimskrams hervor.
"Zuerst werden wir dich mal von den Geschwüren befreien, denk ich." Sie
begann mit einer Nadel die Beulen des Mannes aufzustechen und wischte die
ausdringende Flüssigkeit mit einem Tuch weg.
"Nein! Nicht! Bei den Hämorrhoiden auf denen ich sitze,- laß das! Bitte!",
flehte der Bote.
"Was? Hämorrhoiden hast Du auch? Das sehen wir uns dann gleich mal an.",
fuhr Elfi unbeirrt fort. "So, jetzt wollen wir doch mal herausfinden was wir
mit ein bißchen Puder und Schminke erreichen..."
"Nein, umsatanswillen, NEIN!!!" Die Angst, welche er verspürte, ließ ihn
jetzt vollends die Kontrolle über seine Beine verlieren. Langsam begriff der
Finstere, daß es keinen Sinn machte weiter um Gnade zu winseln,- er würde
die Folter über sich ergehen lassen müssen.
"Wo ist denn meine Peelingcreme? Ach ja hier...

Es vergingen noch zwanzig qualvolle Minuten.

Fortsetzung folgt ...

Offline HumanGrunt

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Re: Dungeon ohne Wiederkehr
« Antwort #14 am: 06. September 2006, 10:23:06 Uhr »
ROFL!!! MEHR!!!
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Offline Hellspawn

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Re: Dungeon ohne Wiederkehr
« Antwort #15 am: 06. September 2006, 10:33:50 Uhr »
Fortsetzung ...

"So jetzt noch schnell die Perücke zurecht gekämmt...", vollendete Elfi ihr
Werk schließlich. Sie fand, daß der Bote jetzt richtig adrett aussah. Als
sie mit dem Haarersatz fertig war, klappte sie ihren Taschenspiegel auf und
hielt ihn dem Mann, der jetzt wie eine Mischung aus Robert Redford, James
Dean, Richard Geere, Kurt Russel, Brad Pitt, Robert de Niro, John Travolta,
Tom Cruise und dem King aussah, vor dessen Gesicht.

Wo war es geblieben? Selbst die Pickel die er über die Jahre hinweg in
seinem Antlitz angebaut hatte,- einfach verschwunden. Die Zucht der Herpes
war besonders schwierig gewesen und allem Anschein nach völlig umsonst, wie
er jetzt feststellen mußte. Selbst Narben hatte das Biest vernichtet.
Finger- und Zehennägel geschnitten, faule Körperstellen ausgeschabt und
überschminkt, das einst so wunderbar bestialische Achselhaar entfernt,
überall Puder aufgetragen, sogar gegen Mundgeruch war ihm etwas verabreicht
worden. Die Person die er im Spiegel sah konnte nicht er selbst sein.
Ungläubig starrte er weiter auf das Bild, nicht zu einem vernünftigen
Gedanken fähig.

"Jetzt wird dich sogar deine Mama wieder mögen.", meinte Elfi und lächelte
zufrieden.
Seine Mutter hatte er gegessen, als er gerade mal das neunte Lebensjahr
vollendet hatte. Schließlich konnte er, zunächst nur ganz schwach, fühlen,
wie sein entwichener Verstand langsam, fast gemächlich, wieder zurückkehrte
und mit ihm das kalte Grauen. Der Bote sprang auf und kreischte aus vollem
Halse, bis sämtliche Luft aus seinen Lungen entwichen war. In wilder Panik
versuchte er den Knoten des Mascherls zu lösen, das er umgebunden bekommen
hatte,- vergebens.

Er stolperte rückwärts, stürzte, richtete sich wieder auf und stürmte aus dem Raum.
Niemals wieder würde er seinem Meister des Bösen, der über den DoW herrschte,
unter die Augen treten können. Nicht so.

Elfi klatschte sich selbstzufrieden in die Hände, als sie gesehen hatte, wie
sehr sich der Mann über die Pflege freute. Nachdenklich blickte sie auf die
fünf vollen Eimer, in denen sich die Flüssigkeiten, welche sie zuvor aus dem
Gesicht des Boten drücken mußte, befanden. Das Halbelfchen war sich sicher,
daß dieses Zeug ganz schön ansteckend war und überlegte was sie damit tun
sollte. Nach ein paar Sekunden öffnete sie den Deckel des Dings, das wie
eine Waschmaschine aussah und entleerte den Inhalt der Behältnisse über
diesem. So, weg ist es, dachte Elfi sich.

Sie mußte noch ein paar Minuten auf der Suche nach dem Klo verbringen, bis
sie dieses endlich fand. Als sie ihr Geschäft hinter sich gebracht hatte,
kehrte das Halbelfchen zurück in die Schankstube und konnte gerade noch
hören wie Turefu etwas sagte.

"Dieses Maggy ist vorzüglich ehrenwerter Herr Wirt!", rief der Krieger
diesem zu. "Meint ihr, ihr könnt mir ein paar dieser Fläschchen überlassen?"
Der Wirt, welcher sich eindeutig geschmeichelt fühlte, antwortete:
"Natürlich mein Herr. Es müßte gerade eine neue Ladung fertig geworden sein.
Ich werde kurz in den Keller gehen und sehen wie es darum steht."
Kurz bevor er in dem Gang neben der Theke verschwand, betrat Elfi wieder den
Schankraum. Sie ging zu ihren Freunden, nahm Platz, betrachtete eine Weile
die braune Phiole, welche am Tisch stand, schüttelte schließlich den Kopf
und wandte sich wieder dem Hirschkopf über ihrem Tisch zu.
"Weißt Du Hirschi, es ist voll doof wenn man alles grün sieht.", wollte sie
diesem von ihrem Überdruß an der Infravision erzählen.
Hobin verdrehte die Augen, stand auf und versetzte ihrer Begleiterin einen
Hieb an den Hinterkopf.
"Besser?", fragte er.
Elfi sah kurz verdattert aus der Wäsche, lächelte dann und meinte:
"Ja super! Danke Hobi!"
Dieser setzte sich wieder auf seinen Stuhl.

Es vergingen ein paar stille Minuten in denen Elfi dem Hirschkopf von ihrem
Traum, in dem sie immer Prinzessin Elfi war, berichtete, als es im
Obergeschoß der Gaststätte plötzlich laut polterte. Kurz darauf konnten sie
das Bersten von Glas hören. Nahezu im selben Augenblick sahen sie jemanden
am Fenster, neben der Eigangstür, vorbeistürzen und mit einem dumpfen Laut
auf dem gestampften Lehmboden, wie er sich außerhalb des Gebäudes fand,
aufschlagen. Die Gestalt rappelte sich, mit dem Rücken zum Fenster, wieder
auf, richtete die Arme hoch, als wolle sie die untergehende Sonne umarmen
und brüllte:
"SCHEISSE SEH ICH GUT AUS!!! WIE IST DAS NUR MÖGLICH!!! WIE ZUR HÖLLE KANN
ICH NUR SO GUT AUSSEHEN!!!"
Sie blickten sich alle, mit Ausnahme von Elfi, kurz an. Nihilisticus wandte
sich an Turefu "Hast Du zufällig Verwandte hier?"
Dieser schüttelte den Kopf und entgegnete:
"Nicht das ich wüßte. Außerdem glaub ich nicht das der soooo gut aussieht.
Wäre ja noch schöner. Immerhin ist das mein Abenteuer."
"Gehen wir doch nachsehen.", schlug Hobin vor.
"Ja das werden wir. Und wenn er doch nicht so gut aussieht wie er meint,
werde ich ihm zeigen wo es langgeht!", verkündete der Krieger, bevor sie
alle drei aufstanden und nach draußen gingen.

Sämtliche Gäste blickten zu der Tür hinüber, die sie offen stehen hatten
lassen. Für einen Moment geschah gar nichts. Dann ertönte die Stimme des
Kriegers "Scheiße, bei den Göttern, der sieht wirklich verdammt gut aus!"
"So etwas hab ich noch nie gesehen!", hörte man Hobin draußen erstaunt
aufschreien.
"Hahaha! Sieht aus als ob Turefu unser Platzhirsch, ein wenig Konkurrenz
bekommen hätte!", vernahmen die Gäste den lachenden Nihilisticus.
"Ich gebe dir gleich Konkurrenz, wenn du nicht sofort deine Klappe hältst!
", erwiederte der erzürnte Turefu.
Dann erklang die Stimme des Gutaussehenden:
"BITTE, ICH HALT DAS NICHT MEHR AUS!!! TÖTET MICH! ERLÖST MICH VON MEINEM
LEID! ES IST ZU SCHÖN!"
"Hah! Das kann er haben!", konnte man den gekränkten Koloß noch sagen hören,
als schon ein lautes "FLATSCH" ertönte. Dann waren die Fenster, an der
vorderen Front des Gebäudes, plötzlich verdeckt mit frischem Blut und ein
paar Kleiderresten.

Es folgte wieder kurze Stille, die von einem Dieb, welcher sich gar nicht
zufrieden anhörte unterbrochen wurde:
"SAG MAL HAST DU SIE NOCH ALLE? HÄTTEST DU NICHT WARTEN KÖNNEN BIS WIR EIN
PAAR SCHRITTE ZURÜCKGETRETEN SIND, BEVOR DU IHN ÜBER DEN GESAMTEN INNENHOF
VERTEILST!?!?! SIEH DIR DIESE SAUEREI AN! ICH BEKOMM DIE KLEIDER NIE WIEDER
SAUBER!!!"

Während der Dieb noch schimpfte begann der Paladin zu lachen, daß man Angst
haben mußte, er würde ersticken. Zwischen den beiden fragte ein hörbar
beruhigter Turefu den Dieb, was er denn geglaubt hätte was er mit dem
Gutaussehenden machen würde.
Immer noch diskutierend betraten die beiden, gefolgt von einem lachendem
Heiligen, wieder die Gaststätte. Sie zogen ein Spur aus Blut, welches von
deren immer noch, von oben bis unten, besudelten Kleidern tropfte, hinter
sich her. Nihilisticus prustete weiter. Auf seinem Gesicht zeichneten sich
in den roten Sprenkeln kleine Rinnsale, von den Tränen, die zurückzuhalten
er nicht imstande war, ab. Er stürzte, von einem erneutem Lachanfall
heimgesucht, zu Boden und verkündete:
"Hahaha, dieser Gutaussehende sieht jetzt gar nicht mehr so gut aus, Haha!!!
Er sieht eher aus als hätte ein Drache zu einer Landung auf ihm angesetzt,
Pruhuhuhu. Ich glaub es wird noch Tage, wenn nicht Wochen, dauern bis die
letzten Reste des Typs wieder auf der Erde aufsetzen! Wuhuhuhuuu!"

Die Leute in der Gaststätte sahen alle betreten auf ihre Füße, oder starrten
Löcher in die Luft. Keiner wagte es ein Wort zu sagen, zumal der Krieger
sein Schwert immer noch nicht weggesteckt hatte und mit diesem statt dessen
seine Gesten zu untermalen schien. Sie setzten sich wieder an ihren Tisch wo
Elfi immer noch mit dem Hirsch beschäftigt war.
Als sie ihre Freunde erblickte fragte sie: "Was ist denn mit euch passiert?"
Sie überlegten alle kurz. Es war Hobin der ihr schließlich antwortete:
"Ach so, naja, weißt du, wir haben im Stall kurz einer schwangeren Kuh
geholfen ihr Baby auf die Welt zu bringen..."
Im hinteren Bereich des Schankraums hörte man jemanden erbrechen.
"Ach so, na gut...", meinte Elfi gelangweilt.

Forsetzung folgt ...

Offline HumanGrunt

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Re: Dungeon ohne Wiederkehr
« Antwort #16 am: 06. September 2006, 10:40:11 Uhr »
 ;D ;D ;D.... HERRLICH

Bitte mehr davon...
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Offline Hellspawn

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Re: Dungeon ohne Wiederkehr
« Antwort #17 am: 06. September 2006, 11:56:10 Uhr »
Fortsetzung ...

Der Wirt, welcher durch die ganze Sauerei nicht im mindesten überrascht
schien, trat wieder an den Tisch. Auf seinem Arm hatte er an die zehn
Flaschen Maggy.

"Hier bitte der Herr." Er stellte sie dem Krieger auf dem Tisch. "Sind alle
frisch aus der Mischanlage.", fügte er hinzu.
"Oh sehr gut!" Der Krieger griff sich eines der Würzmittel und betrachtete
es durch das braune Glas, gegen das Licht.
"Sieht irgendwie klarer und träger als jenes zuvor aus.", stellte er fest.
Sein Gegenüber zuckte mit den Schultern und entgegnete:
"Möglich. Nicht alle Mischungen sind gleich, wißt ihr."

Elfi dachte angestrengt nach, doch ihr wollte einfach nicht mehr einfallen
was dieses Maggy mit dem Keller zu tun haben könnte. Sie wurde in ihrem
bunten, aber lustigen Gedankengang unterbrochen, als ein Mann an den Tisch
trat und sich räusperte. Dieser war in eine lange blaue Robe gekleidet,
welche mit gelben Sternchen und Mondsymbolen verziert war. Er trug einen
spitzen Hut im selben Design. In seinem langem, weißem Bart waren zwei
kleine Zöpfe geflechtet, die jeweils mit einem rotem Schleifchen
zusammengehalten wurden. Unter einem Arm hatte der Mann ein Buch geklemmt,
im anderen hielt er einen kleinen schwarzen Stab mit ebenfalls einem gelben
Sternchen am Ende.

"Darf ich mich vorstellen?", begann er und fuhr unaufgefordert fort: "Mein
Name ist Panda..., ich meine Randalf. Ich bin der neue Magier eurer Gr...,
ähhhh,- meine natürlich,- ich habe eure Heldentat von soeben beobachtet und
meine ihr seht aus als ob ihr noch einen Magier in eurer Gruppe benötigen
würdet." Er sah die vier mit erwartungsvollem Blick an.

"Schon wieder?", raunzte Turefu. "Wir hatten doch schon mal einen."
Er winkte gelangweilt ab.
"Aber ich bin nüüützlich.", erklärte Randalf, als hätte er diese Antwort
nicht erwartet.
"Verschwinde Wicht, oder du wirst es diesem Gutaussehenden gleichtun.",
drohte ihm der Krieger, welcher den Magier langsam als aufdringlich empfand.
"Aber wenn der SL sagt, daß...", wollte sein Gegenüber fortfahren, wurde
jedoch von Turefu unterbrochen "Aber, aber, aber, ich hör immer nur aber."
Turefu erhob sich und packte Randalf am Schlafittchen.
Dessen lautstarken Protest ignorierend, machte er sich in Richtung Tür auf.
"So, dann wollen wir mal sehen wie weit der Magier fliegt, wenn ich ihm eine
dresche.", fuhr er währenddessen fort.
"Bitte nicht! Nein! Ich bin doch noch auf der ersten Stufe!", flehte dieser.

Als Turefu die Tür lässig mit dem Fuß auftrat, schlug ihm ein kalter Wind
entgegen. Draußen hatte es zugezogen, ein paar Blitze kündigten bereits ein
Unwetter an. Desto weiter der Krieger voranschritt, desto stärker schien
dieses in seiner Intensität zu werden. Hobin war derjenige, der das Zeichen
schließlich zu deuten wußte. Er folgte dem Krieger und dessen Golfball nach
draußen.

Nach einem kurzem Gespräch traten die drei wieder ein. Das Gewitter schien
schon wieder nachzulassen. Randalf war immer noch bleich im Gesicht und
zitterte sichtlich.
"Von mir aus, kommt er halt mit." Turefu schien beleidigt zu sein. "Aber
wenn er nur einmal unangenehm auffällt wringe ich ihn aus wie ein nasses
Handtuch, damit das klar ist."

"Gehen wir dann langsam schlafen?", maulte Elfi als alle wieder versammelt
waren. Sie stimmten darin überein, daß es schon spät wäre und sie ja morgen
früh aufstehen mußten. Also begaben sie sich auf ihre Zimmer. Turefu der
Krieger in einem und Elfi die Liebe mit Nihilisticus, der ja schließlich
Paladin war, weshalb niemand erwartete, daß er ihr zu nahe rücken würde, in
einem zweiten.

Hobin Rood der Meisterdieb zog es vor im Schlafsaal zu übernachten da,
wie er sich ausdrückte, er noch ein paar Erledigungen zu machen hätte.
Als er das sagte zwinkerte Hobin heftig mit dem rechten Auge.
Turefu scheuerte ihm daraufhin eine und fragte den Dieb was mit seinem
Sehorgan denn nicht stimme.

So gingen sie zu Bett.

Und morgen zu lesen ... "Die Nacht in der letzten Gaststätte vor dem DOW" ... Fortsetzung folgt ...

Offline HumanGrunt

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Re: Dungeon ohne Wiederkehr
« Antwort #18 am: 06. September 2006, 12:37:06 Uhr »
MEEEEEEHHHHHHRRRR *sabber*
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Offline doctor death

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Re: Dungeon ohne Wiederkehr
« Antwort #19 am: 06. September 2006, 14:15:28 Uhr »
 JAAAAAAAAAAA MEHR!!!!