Autor Thema: Karatschai-See  (Gelesen 33321 mal)

Shadow

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Karatschai-See
« am: 25. Juni 2007, 21:33:37 Uhr »
http://de.wikipedia.org/wiki/Karatschai-See
Hab das vor einiger Zeit gefunden
schon krass welches Damokles-Schwert da über uns schwebt...

Offline Mackie

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Re: Karatschai-See
« Antwort #1 am: 25. Juni 2007, 21:35:26 Uhr »
Kenn ich von Mafio. Finds einfach unglaublich. Hab ihm die Geschichte vorerst nicht abgekauft, aber es hat mich schier sprachlos gemacht.

Shadow

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Re: Karatschai-See
« Antwort #2 am: 25. Juni 2007, 21:38:31 Uhr »
Muss man sich auf der Zunge zergehen lassen:
"Nach 5-15 Minuten Aufenthalt ist die tödliche Strahlendosis für einen Menschen erreicht!"

weitere Auszug aus dem Artikel "Strahlenkrankheit"
über 50 Gy
    Sofortige Desorientierung und Koma innerhalb von Sekunden oder Minuten. Der Tod tritt in wenigen Stunden durch völliges Versagen des Nervensystems ein. Eine solche Stundendosis existiert beispielsweise am Karatschai-See.

(1 Gy  = 1 Joule pro kg)

Mafio

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Re: Karatschai-See
« Antwort #3 am: 25. Juni 2007, 21:48:36 Uhr »
Es  gibt ja  so einige Leute  die ich da hin schicken würde  ::)

"Strandurlab an der Betonküste     bleiben sie nur 5 Minuten und sie haben 30 Sorten Krebs - bleiben sie länger  und  das wird ihnen auch egal sein"




Tjo ist schon ne sauerrei was  die  Sowjets da angestellt haben.  Damals  war man sich anscheinend den Konsequenzen von Strahlung nicht so bewusst  oder man war schlichweg blöd  und hat sich zuwenig gedanken darüber gemacht.


Die Frage  ist nur... Wenn sich das Wasser  nun  mit dem Grundwasser und mit dem Polarmeer verbinden sollte  und an die Oberfläche gelangt...  wie sieht es dann mit der Bedrohung  fürs Innland aus.
Das Wasser verdunstet mit der zeit  und  reichert die Wolken an  - die den Regen ins innland tragen...     Ihr wisst sicher worauf ich hinaus will.


Shadow

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Re: Karatschai-See
« Antwort #4 am: 25. Juni 2007, 21:57:00 Uhr »
Ich weiß jetzt nicht wieviel Liter Wasser in dem See sind/waren und wieviele insgesamt in den Weltmeeren sind, aber angesichts einer dermaßen hohen Dosis ist es schon ne mittlere Katastrophe wenn das Zeug auch nur ins Meer kommt...

Offline DevilX

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Re: Karatschai-See
« Antwort #5 am: 25. Juni 2007, 22:24:46 Uhr »
In dem Artikel steht ja auch das die Strahlung reichen würde um die halbe Erde zu verseuchen!  #radi2

Shadow

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Re: Karatschai-See
« Antwort #6 am: 25. Juni 2007, 23:10:48 Uhr »
Im schlimmsten Fall (zb Mafios Szenario). Auch wenns nur ein Zehntel wär wäre es schlimm genug.

Offline Hellspawn

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Re: Karatschai-See
« Antwort #7 am: 25. Juni 2007, 23:27:11 Uhr »
Ja ist schon ne heftige Sache, irgendwie hängt es mir ein Stück weit zu hoch wie eine immerhin mal hochtechnologisierte Nation wie die UDSSR einen dermaßenen Schwachsinn produzieren kann.
Ich meine das haben deren Wissenschaftler doch gewusst ... die haben gewusst welche Risiken da auf die Region die Nation und die gesamte Umwelt zukommen.

Woran liegts das die größten atomaren Katastrophen in der ehemaligen UDSSR geschehen sind ?
Liegts am System ?
Am Know-how der Wissenschaftler ?
An der Mentalität der Bevölkerung und Ihrer Führung ?
An der Technik ?

Btw. wäre das nicht ne Location für die FalloutCon  :s000:
Sozusagen mitten im GLOW  :s000:

Shadow

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Re: Karatschai-See
« Antwort #8 am: 25. Juni 2007, 23:51:54 Uhr »
Und bei der besten Methode um "den Mangel abzustellen" (wie man beim Bund so schön sagt) hats mal wieder am Geld gemangelt...
war ja klar

Mafio

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Re: Karatschai-See
« Antwort #9 am: 26. Juni 2007, 00:46:10 Uhr »
karatschai  ist genauso wie chernobyl  ein Marxistisch, murxistisches Pfuschwerk.  wie man so schön sagt.
aber wie gesagt  die haben ja schon  früh  anfang der 50er angefangen.     Vielleicht  hatten die verantwortlichen Leute  einfach  zuviel Angst vor der führung  und waren unter leistungsdruck  das sie sich nicht  noch  um die  abfallbeseitigung  kümmern konnten.   Oder ihre führer  mit  zittrigem Finger  am Abzug damit nerven wollten.

Allerdings solls  ja noch  in der barentsee in irgend nem Hafen (namen vergessen) 2 Frachter geben die vom Kiel bis zum Masttopp voll mit Atommüll sind  und  im Hafen vor sich hinrosten.  Bei den bisherigen Russischen leistungen  nicht schwer vorzustellen.

Offline DevilX

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Re: Karatschai-See
« Antwort #10 am: 26. Juni 2007, 13:34:47 Uhr »
Die Russen entsorgen ja auch ihre chemischen Waffen usw. im Meer. Bei denen wundert mich garnichts.
Es gibt irgentwo in der Sowjetunion nen Gebiet wo haufenweise verstrahlte Gegenstänge rumliegen die von Atomtests übrig geblieben sind. Die Nato hatte sogar schon befürchtugnen das Terroristen daraus schmutzige Bomben bauen könnten....

Offline Lexx

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Re: Karatschai-See
« Antwort #11 am: 26. Juni 2007, 14:54:26 Uhr »
Jetzt wisst ihr auch, warum so viele Leute aus dem Osten "Fallout" mögen. ;)
« Letzte Änderung: 26. Juni 2007, 15:00:50 Uhr von Lexx »
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Offline DevilX

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Re: Karatschai-See
« Antwort #12 am: 26. Juni 2007, 21:39:36 Uhr »
Vielleicht können sie da ihre eigenen Erlebnisse noch mal nachspielen!  #lachen#

Shadow

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Re: Karatschai-See
« Antwort #13 am: 26. Juni 2007, 21:53:28 Uhr »
Streiche "Vielleicht" und tausche "sie" mit "können"  ;)

Offline FEV-Infizierter

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Re: Karatschai-See
« Antwort #14 am: 27. Juni 2007, 00:32:21 Uhr »
Ziemlich krasse Geschichte und sicher nicht die einzige wenig aufgeklärte nukleare Umweltkatastrophe in der Ex-Sovietunion. Der Fall dokumentiert ziemlich gut welche langfristigen Folgen naiver Fortschrittsglaube, Rüstungswettlauf und Ignoranz natürlicher Ökosysteme haben. Hinzu kommt die menschenverachtende Praxis der Vertuschung und Leugnung und des verspäteten, halbherzigen Handelns die allgemein typisch für die Anfänge der nuklearen Rüstung  sind. Das einleiten radioaktiver Abfälle in Flüsse, das Umleiten desselben in ein stehendes Gewässer, die 10 Jahre verspätete Zwangsumsiedlung der Bevölkerung (ich wüsste gerne was die den Menschen dort erzählt haben), die Zubetonierung des Sees ist absurd genug, völlig krank ist das nebenher die Plutoniumproduktion noch gesteigert wurde obwohl das Entsorgungsproblem spätestens Mitte der 50er Jahre jeden Betonkopf hätte klar sein müssen. Stattdessen werden immer noch Tonnenweise Abfälle in offene Reservoirs gepumpt.

Dennoch stellen sich mir einige Fragen, wie realistisch sind die angegebenen Messungen der Radioaktivität, wer hat die Messungen vorgenommen, wer hat sie gegengeprüft, wie ist es überhaupt möglich den See zuzubetonieren wenn man nach ner Viertelstunde eine potentiell tödliche Strahlendosis abbekommt? Ich zweifle ledeglich die Zahlen an der Fakt ist mr schon seit längerm bekannt. Noch eine Frage bezgl. der Verseuchung der Arktis bzw. der Verdunstung radioaktiver Substanzen: ich dachte das Radioaktivität auf dem Weg ins Grundwasser ennorm abnimmt weil es sich  beim Versickern im Boden absetzt, das die hochradioaktiven schwermetallischen Flüssigabfälle wie Plutonium weniger kritisch sind als die leichtradioaktiven weil sie sich eher am Meeresgrund absetzen und aufgrund ihrer Masse kaum in Strömungskreisläufe geraten können, während sich Uran, Strontium usw durchaus im Wasser verteilen und ein viel größeres Gebiet kontaminieren können, lieg ich da falsch? Zur Verdunstung wenn Wasser verdunstet bleiben Mineralien, Salze etc. auf dem Erdboden zurück, müsste bei kontaminierten Wasser auch so sein, klar wird es dann früher oder später verweht, allerdings gelangt es so nicht hoch genug in die Atmosphäre um die gesamte Welt nennenswert zu verstrahlen. Richtig?. 

Zunächst versuche ich mal auf Hellspawns Fragen einzugehen.

Zitat
Woran liegts das die größten atomaren Katastrophen in der ehemaligen UDSSR geschehen sind ?
Geldmangel, mangelndes Umweltbewusstsein, Umgehng der (zu schwach formulierten) Vorschriften, Überschätzung der nationalen finanziellen, technischen und intellektuellen Ressourcen sind zumindest einige Gründe, alledings denke ich auch des es Zufall ist das andere Länder knapp an Katastrophen wie Tschernobyl vorbeigeschrammt sind. (Harrisburg und Hanford, USA;  Mihama und Tsurugi in Japan z.B.)
Zitat
Liegts am System ?
Eher weniger, ein politisches System zieht Katastrophen nicht automatisch an. Das ähnliches in einer Demokratie ebenfalls möglich ist führe ich weiter unten aus.
Zitat
Am Know-how der Wissenschaftler ?
Denke ich auch nicht, die sowjetischen Wissenschaftler waren/sind hervorragend ausgebildet, es mangelte eher in der Umsetzung der theoretischen Grundlagen. Die Wissenschaftler können auch nichts machen wenn die Bürokratie beschliesst die Stimme der Wissenschaft zu ignorieren und an sicherheitsrelevanten Systemen spart, versucht mit dem Geld für einen Reaktor 5 zu bauen und was nicht alles passiert ist. Der Kalte Krieg trieb die SU dazu schneller, kostengünstiger und ökonomischer zu handeln die Prioritäten waren auf schnelle Ergebnisse ausgerichtet um einen 5-jahresplan zu erfüllen wurde halt manchmal über Leichen gegangen.
Zitat
An der Mentalität der Bevölkerung und Ihrer Führung ?
Der Punkt trifft in jedem Fall zu, die meisten Russen denken immer ihr Land sei soo groß da können man doch dies und jenes und auf das und dass können wir verzichten. Die Russen sind unbestritten Meister der Improvisation und das geht solange gut bis man merkt das man eine Kernschmelze eben nicht mit Gummihammer, Fahrradschlauch und Damenstrumpfhose eindämmen kann.
Zitat
An der Technik ?
Spielt sicherlich die größte Rolle es wurde allzu oft auf Masse statt Klasse gesetzt, die Ingeneure und Konstrukteure waren oft beim Bau der Anlagen nicht anwesend, dazu kommt das russische Roulette Prinzip das man immer hofft das doch alles gut geht und daher wissentlich oft aus Gel- und Zeitmangel veraltete, unzureichende Technik eingesetzt (Tchernobyl) oder unausgereifte Technik trotz fehlender Testläufe und Erfahrungen oft aus Prestigegründen, dennoch eingesetzt (Kursk, Raumfahrtprogramm...

Nun komme ich zu solchen Behauptungen.
Zitat
karatschai  ist genauso wie chernobyl  ein Marxistisch, murxistisches Pfuschwerk.  wie man so schön sagt.
Die kernaussage dieses Satzes ist in meinen Augen. Sowas geht nur im Kommunismus.
Ich sage doppelt falsch weder war die Sowjetunion im marxistischen Sinne kommunistisch noch stellt die Sowietunion ein Einzelfall dar.

Exemplarisch will ich hier einmal Hanford (USA) anführen, der ort wo das Plutonium für die Nagasaki-Bombe "Fat Man" und tausender anderer K-Waffen hergsetellt wurde.

Hier begann die Plutoniumprduktion bereits 1942/43 und die Grundlagen im Umgang mit den dabei anfallenden Abfallprodukten steckte noch absolut in den Kinderschuhen. Ähnlich wie später in Majak glaubten die Wissenschaftler damals das Problem der radioaktiven Spaltprodukte innerhalb weniger Jahre technisch oder chemisch lösen zu können und das Teufelszeug zu neutralisieren. Auch die Auswirkungen von radioaktiver Strahlung waren kaum bekannt und der Umgang damit praktisch Neuland. (gilt für Mayak ebenso weil die USA aus naheliegenden Gründen keinen Erfahrungsaustausch mit der SU betrieben)

Ebenso wie später in Mayak wurden die strahlenden Abwässer zunächst in den vorbeifliessenden Columbia-River entsorgt, der Hauptunterschied zum Fluss Tetscha ist das der Colubia viel mehr Wasser führt und sich die Abfälle darin nicht so konzentrierten, dennoch traten schon bald Symptome für Strahlenerkrankungen, bei Indianerstämmen deren Reservate am Columbia lagen. (Die Stätdte Hanford und White Bluffs wurden vor dem Bau der Anlage von der Regierung gekauft und die Menschen umgesiedelt, die Indianer dagegen blieben) Die Regierung leugnete einen Zusammenhang zwischen den Erkrankungen und den Vorgängen in Henford. Erst Ende der 60er jahre konnte das Problem auf dem Druck der Öffentlichkeit nicht länger negiert werden.

In Hanford wurde in mehreren Reaktoren bis 1989 Plutonium für die US-Bomben produziert, dabei fielen circa 1200 Tonnen Plutonium (240 t davon Waffenfähig) und 241.000.000 Liter radioaktive Flüssigabfälle an. Der größte Teil davon wurde in einemer Tank Farm eingelagert, 177 unterirdische Tanks mit einem Fassungsvermögen zwischen 250.000 bis 4.546.000 Litern. Der größte Teil der Tanks wurde für eine 30-Jährige Lebensdauer konzipiert, teilweise wurden die Abfälle bunt gemischt, die Tanks müssen ständig gekühlt werden um eine Explosion wie in Mayak, hervorgerufen durch die Entstehung von Wasserstoffgas, zu vermeiden. 67 Tanks sollen bereits undicht sein und ihr Inhalt versickert  und gelangt durch das Uferfiltrat in den Colubia River. Eine technische Lösung zur Entsorgung oder auch nur Leerung der Tanks gibt es bis heute nicht.

Noch Fragen?
 http://de.wikipedia.org/wiki/Hanford_Site
http://www.staff.uni-marburg.de/~kunih/all-doc/puversuche.pdf

Los Alamos?
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19419/1.html
« Letzte Änderung: 27. Juni 2007, 00:35:52 Uhr von FEV-Infizierter »
„Ich persönlich weiß es nicht, ob es noch besser geht, das System zu verstehn, als mit ner Fresse voller Pfefferspray.“
Holger Burner

Lilya Palijova

Mafio

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Re: Karatschai-See
« Antwort #15 am: 27. Juni 2007, 02:44:46 Uhr »
Na  und?

Hanford mag zwar schlimm sein  aber es ist keine hochkonzentierte Todeszone  wie der Betonsee.


habt ihr euch mal den See auf Google Earht angehschaut?    (leicht zu finden   sucht in der suchfunktion nach Cheljabinks  und haltete etwas südöslicht ausschau  nach einer ungewöhnlichen großen grauen Lichtung)

Offline FEV-Infizierter

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Re: Karatschai-See
« Antwort #16 am: 27. Juni 2007, 08:42:54 Uhr »
So banal würde ich das nicht abtun Mafio. Hast du überhaupt gelesen was ich geschrieben habe?
Sicher ist der Karatschai-See eine ziemlich krass verstrahlte Zone, aber halt auch nur eine von vielen und ich würde nicht so weit gehen das als rein russisches Phänomen abzutun, sicher die Praxis in Russland ist in vielen Aspekten einzigartig und ich will nicht wissen wie hoch die Strahlenbelastung auf dem Kernwaffentestgelände auf Nowaja-Semilja ist wo cirka 300 A-und H-Waffen getestet wurden, unter anderem die berühmte Tsar-Bombe.

Aber versuch mal auf das franz. Testgebiet auf dem Mururoa-Atoll zu kommen. Du hast 0-Chance da die frz. Marine wie der Teufel aufpasst das da keiner hingeht und Messwerte, Boden- und Wasserproben sammelt oder mal nachschaut wie es den Korallen und Fischen geht. Denn diese Daten würde eindeutig den Zusammenhang zwischen den rund 210 Atomwaffentests und den Strahlenerkrankungen in Folge des Fallouts in Polynesien aufzeigen. Klugerweise haben sie in dem ehemaligen Vulkankrater auch noch den angefallenen radiaktiven Müll verklappt, was weder vor tektonischen Veränderungen noch vor einbrechenden Meerwasser für die nächsten 1000 Jahre Sicherheit garantiert. Das die Unterwasser Flora und Fauna schwere Schäden zu verzeichnen hat davon ist mit Sicherheit auszugehen, denn als das Atoll auseinanderzubrechen drohte wurde es ebenfalls zubetoniert. Frankreich bestreitet das es überhaupt negative Auswirkungen der Atomwaffentests gibt, mit guten Grund denn dann wären sie nach internationalen Recht verpflicht den betroffenen Nationen Schadenersatz zu leisten.

Aber was interessieren irgendwlche 3-Weltstaaten im Pazifik wenn man genausogut über die russische Steppe reden kann. Ich sags noch mal die Ereignisse in und um die PU-Fabrik Mayak sind indiskutabel. Aber es ist halt nur ein Fall von vielen und jede Atommacht hat ihre Leichen im Keller.

Insgesamt wurden 528 Tests in der Atmosphäre, unter Wasser, auf der Erdoberfläche oder im Weltraum gezündet. Diese Tests, auch „atmosphärische Tests“ genannt, haben zu einer weltweiten Verseuchung der Erde geführt, was die Gesundheit der Menschen in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beeinträchtigte und beeinträchtigen wird. In der Nähe der Testgelände (Wüste von Nevada, Pazifikatolle, Sahara, Kasachstan, usw.) führten die atmosphärischen Tests häufig zu intensivem Fallout, und zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen der lokalen Bevölkerung und zu Verseuchungen der Umwelt. In der Summe ist da der Karatschai ein Scheissdreck gegen, das sollte man im Gesamtzusammenhang betrachten ehe man versucht bestimmten Idologien da einen besonderen Stempel aufzudrücken.

Edit:
Was ich eigentlich ausdrücken will, ist das man nicht mit Gewissheit sagen kann das Karatschai tatsächlich der verstrahlteste Ort der Welt wäre. Da alle Atommächte versuchen ihre eigenen Unfälle und Atomtestergebnisse geheimzuhalten und unabhängige Untersuchen behindern oder gar verunmöglichen, kann diesbezüglich unmöglich eine definitve Aussage getroffen werden. Stünde der eiserne Vorhang noch wüssten wir über Karatschai nämlich genau so viel wie über Südalgerien, das Mururoa-Atoll, das Bikini-Atoll, das Fangataufa-Atoll, Lop Nor, die Thar-Wüste, NTS Nevada, die Christmas Islands, Maralinga oder Woomera Emu. Und das ist alles ziemlich wenig bis gar nichts,
« Letzte Änderung: 27. Juni 2007, 09:39:35 Uhr von FEV-Infizierter »
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Lilya Palijova

Mafio

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Re: Karatschai-See
« Antwort #17 am: 27. Juni 2007, 11:52:52 Uhr »
Aber versuch mal auf das franz. Testgebiet auf dem Mururoa-Atoll zu kommen. Du hast 0-Chance da die frz. Marine wie der Teufel aufpasst das da keiner hingeht und Messwerte, Boden- und Wasserproben sammelt oder mal nachschaut wie es den Korallen und Fischen geht. Denn diese Daten würde eindeutig den Zusammenhang zwischen den rund 210 Atomwaffentests und den Strahlenerkrankungen in Folge des Fallouts in Polynesien aufzeigen.

Wenn da keiner drauf darf  um Beweise zu holen - wie kannst du dir dann sicher sein?  :s000:

Sie es positiv   die langsame Verstrahlung der Welt sorgt dafür das wir alle mit der Zeit resistenter dagegen werden.
Bei soner Doku auf Arte hatten sie einen der bei Tschernobyl arbeitete während des  Gaus.  Sein Vater arbeitete schon mit Radiaktiven Elementen und war bei der russischen Atombombenwaffenentwicklung dabei.  Fazit  ist   der Typ hat Tschernobyl ohne nennenswerte anzeichen von Strahlenkrankheit überstanden und lebt heute noch ohne Krebs.


btw:  ich hab der Ideologie schon lange meinen Stempel aufgedrückt

Offline FEV-Infizierter

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Re: Karatschai-See
« Antwort #18 am: 27. Juni 2007, 12:28:05 Uhr »
Wenn da keiner drauf darf  um Beweise zu holen - wie kannst du dir dann sicher sein?  :s000:
Darum geht es ja, man kann eben nicht ausschliessen das die Strahlung dort nicht noch höher ist. Das ein Korallenriff ein Ökosystem aus einigen hundert Millionen Organismen ist weisst du sicher und es wäre schon Interessant zu sehen was davon nach 200 A-Bombentests noch übrig ist. Der ökologische Schaden ist sicherlich größer als in der russischen Endlossteppe, denn von radioaktiven Substanzen in den Weltmeeren geht eine immense Gefährdung des Lebens in den Ozeanen aus. 

Zitat
Sie es positiv   die langsame Verstrahlung der Welt sorgt dafür das wir alle mit der Zeit resistenter dagegen werden.
Bei soner Doku auf Arte hatten sie einen der bei Tschernobyl arbeitete während des  Gaus.  Sein Vater arbeitete schon mit Radiaktiven Elementen und war bei der russischen Atombombenwaffenentwicklung dabei.  Fazit  ist   der Typ hat Tschernobyl ohne nennenswerte anzeichen von Strahlenkrankheit überstanden und lebt heute noch ohne Krebs.
Das ist zynischer Bullshit, jeder kennt die Geschichte des hundertjährigen Rauchers der vom Laster überfahren wurde. Die tausenden Mißbildungen an Kasachen, Polynesiern, Auborigines, Mikronesiern, Sahara-Nomaden und Shoshonen und den bestrahlten US,- UK,- oder Rote Armee-Soldaten lassen mich eher an das Gegenteil glauben, als an eine schleichende Immunisierung. An deren Nachkommen sieht man eben gerade das die Erbgutschädigungen durch Strahlung kein Märchen sind und ich erspare es uns einfach mal hier Bilder von sogenannten "Quallenkindern" zu posten, die ohne Knochen zur Welt kommen und nach wenigen Stunden elendig verenden. Da du ja eh kein Mitleid kennst und wieder nur ein dummer spruch wie "owned" kommen würde, geb ich dir hier mal ein Zitat zum Nachdenken.

"Wir dachten, wir seien ein Land des Friedens, aber in Wirklichkeit hat unsere Regierung vierig Jahre lang einen Atomkrieg gegen das eigene Volk geführt."

O. Sulejmenov, kasachischer Dichter und Politiker, im Jahre 1989 zu den Atomwaffentests der UdSSR in Kasachstan.




Zitat
btw:  ich hab der Ideologie schon lange meinen Stempel aufgedrückt
Die Äusserung versteh ich nicht musst du hier aber auch nicht weiter ausführen.


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Lilya Palijova

Offline Zitrusfrucht

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Re: Karatschai-See
« Antwort #19 am: 27. Juni 2007, 13:42:57 Uhr »
Eher werden wir gegen chemische Abfälle und Schwefelsäure resistent, als gegen Strahlung. Strahlung ist nur eine nicht ganz voraussagbare Angelegenehit, man kann durch radioaktiv verstrahltes Gebiet wandern ohne Schäden abzubekommen und dann beim Röntgen einen Tumor im Hirn kriegen. Nur je höher die Strahlenbelastung um einen rum, desto höher die Wahrscheinlichkeit, ebenfalls Schäden von dieser Strahlung abzubekommen.
Tanzt den Zitrus! O0 #bang


A.k.a. Fitruszucht