Autor Thema: IRON SKY  (Gelesen 19479 mal)

Online Lexx

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Re: IRON SKY
« Antwort #20 am: 05. Juli 2012, 17:31:22 Uhr »
Hab den Film jetzt auch gesehen und fand ihn ok. Stellenweise etwas zu lang, aber ansonsten durchaus anguckbar. Vor allem die Internet-Anspielungen und die Präsidentin, die etwas größere Ähnlichkeit mit Sarah Palin hat, haben ganz gut gepasst. Der Film ist auf jeden Fall anders, als ich mir vorgestellt habe. Der Trailer usw. haben schon ein etwas anderes Bild vom Film gezeichnet.

Nicht zu vergessen aber, Julia Dietz, die ununterbrochen super hawt war.
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Offline Cando Garon

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Re: IRON SKY
« Antwort #21 am: 05. Juli 2012, 17:32:20 Uhr »
Nicht zu vergessen aber, Julia Dietz, die ununterbrochen super hawt war.

In der Tat, dass habe ich in meinen Ausführungen zu meiner Schande vergessen  #thumbsup
„Wer die Vergangenheit kontrolliert, hat Macht über die Zukunft.
Wer Macht über die Zukunft hat, erobert die Vergangenheit.”

Zitat von: Tschätt
<Jazz> kenn nur den Dildo in den Duschen
:s000:

Typisch für die Bayernhater ist eine unerklärbare Antipathie und ein Hass auf "die da oben" der bei einigen sicher schon an latenten Antisemitismus grenzt.
::)

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Offline Abram

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Re: IRON SKY
« Antwort #22 am: 05. Juli 2012, 18:06:28 Uhr »
Ist völlig egal ob die Nazis vom Mond, vom Südpol oder unter einer Kaffeetasse hervorgekrochen kommen. Ist auch egal ob der Film irgendwie Satire oder von Finnen, Israelis oder sonst wem gemacht wird, oder ob er Fan-finanziert ist (oder ob Udo Kier mitspielt). Das ist doch alles total nebensächlich. Ich fand den Film auch lustig und visuell ganz toll, aber wenn Nazis im Mittelpunkt stehen, dann sollten sie nicht verharmlost werden. Dass der wirklich böse Nazi einfach nur machthungrig ist und nicht etwa ein Anhänger einer Vernichtungsideologie, ist für mich eine inakzeptable Verharmlosung, ebenso das naive, blonde Fräulein Renate. Nazis verharmlost man aus 3 Gründen: 1. Man ist dumm 2. Man ist fehlgeleitet 3. Beides trifft zu.
Und natürlich werden die Völker der Erde im Film durch ihre offiziellen Repräsentanten repräsentiert. Von daher ist dann auch das Ende eindeutig: Was die trotteligen Nazis nicht schaffen, besorgt die Habgier der Menschen.
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Offline Cando Garon

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Re: IRON SKY
« Antwort #23 am: 05. Juli 2012, 18:25:55 Uhr »
Ist deine Meinung.

Ich meine (!), dass die Nazis mit diesem Film keinesfalls verharmlost werden, sondern lächerlich gemacht - 2 gegensätzliche Konzepte - durch eben die zugleich existente Rückständigkeit und Rüstigkeit mit skurrilen Apparaten
Spoiler for Hiden:
- wo du bei Adler keine Vernichtungsideologie siehst, bleibt mir auch schleierhaft, immerhin will er die Erdbevölkerung mit der Götterdämmerung ausrotten.
Und genau dass muss man wieder und wieder und wieder mit Nazis machen, sie lächerlich machen, damit es vielleicht bei dem einen oder anderen auch mal Klick macht und er erkennt, was für einem Schwachsinn er da folgt.

Und das geschieht eben am besten durch Satire, denn Satire darf alles. Auch ohne überbordende Historisierung.
« Letzte Änderung: 05. Juli 2012, 18:28:14 Uhr von Cando Garon »
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Zitat von: Tschätt
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Offline Abram

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Re: IRON SKY
« Antwort #24 am: 06. Juli 2012, 11:52:50 Uhr »
Ist deine Meinung.

Ich meine (!), dass die Nazis mit diesem Film keinesfalls verharmlost werden, sondern lächerlich gemacht - 2 gegensätzliche Konzepte - durch eben die zugleich existente Rückständigkeit und Rüstigkeit mit skurrilen Apparaten
Spoiler for Hiden:
- wo du bei Adler keine Vernichtungsideologie siehst, bleibt mir auch schleierhaft, immerhin will er die Erdbevölkerung mit der Götterdämmerung ausrotten.
Und genau dass muss man wieder und wieder und wieder mit Nazis machen, sie lächerlich machen, damit es vielleicht bei dem einen oder anderen auch mal Klick macht und er erkennt, was für einem Schwachsinn er da folgt.

Und das geschieht eben am besten durch Satire, denn Satire darf alles. Auch ohne überbordende Historisierung.

Ich bin durchaus dafür Nazis lächerlich zu machen, gerne auch durch Satire. Verharmlosen und lächerlich machen schließen sich aber nicht zwangsläufig aus. Ich habe auch schon einige Komödien zum Thema Nazis und Holocaust gesehen, etwa ‚Zug des Lebens‘ oder ‚Das Leben ist Schön‘. Auch wenn ich sie nur mäßig gelungen fand, haben die ihre humorige Herangehensweise doch hinbekommen ohne die Nazis zu verharmlosen.

Die Nazis werden in Iron Sky durchaus lächerlich gemacht und sind auch irgendwo Böse, nur stimmt die Relation zum Rest der Menschheit nicht. Die Nazis werden weitestgehend reduziert auf Uniformen, Hiltergruß und ein paar historische Zitate, ihre Ideologie und der Holocaust als ihr Kernverbrechen kommt kaum, letzterer gar nicht vor. Das ist meiner Meinung nach eine krasse Verharmlosung der Nazis, gerade wenn man ihnen gegenüber die skrupellosen Amerikaner sieht (die satirisch natürlich gut getroffen sind). Und der Rest der Menschheit ist am Ende ja auch nicht besser. Das Ganze erweckt den Eindruck, dass die Nazis und ihr Weltkrieg wohl eher harmlos waren, im Vergleich zur der von den Amerikanern und der Habgier dominierten Welt die nach ihnen kam. Wären die Nazis (oder zumindest Adler) z.B. mit dem Ziel zur Erde geflogen, ein Virus zu vollenden und zu verbreiten, welches alle Juden tötet und allen schwarzen albinisiert, dann hätte man bei gleichem Verlauf und gleichem Ende doch einen ganz anderen Film gehabt, ganz ohne „überbordende Historisierung“.

Zu Adler:
Spoiler for Hiden:
Nachdem die Invasion dann im Gange ist und er sich zum Führer geputscht hat,  führt er diese an und will wohl die Erde erobern. Als dann die Flotte vernichtet wird besinnt er sich auf die Götterdämmerung und will die Erde vernichten. Selbst wenn man letzteres als ‚Politik der verbrannten Erde‘ im engeren Sinne interpretiert‚ so gibt es kaum einen Unterschied zur Motivlage des 0815 Schurken aus irgendwelchen Superhelden Comics. Auch wenn er was von arischen Nachkommen erzählt, hat sich das am Ende ja auch erledigt als er Renate erschießen will.
« Letzte Änderung: 06. Juli 2012, 11:54:48 Uhr von Abram »
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Re: IRON SKY
« Antwort #25 am: 06. Juli 2012, 12:16:10 Uhr »
Liegt daran, dass die Nazis auf dem Mond nach all den Jahren gar nicht mehr wissen, was die richtigen Nazis waren und getan haben. Die Mondnazis sind bis auf ein paar Elemente praktisch nicht mehr mit unseren zu vergleichen (was ja auch im Film gezeigt wird). Julia Dietz' Rolle zeigt das recht gut, imo. Keine Ahnung, wie man da jetzt den Holocaust unterbringen sollte, ohne das es völlig aus der Szenerie fällt.
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Offline Cando Garon

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Re: IRON SKY
« Antwort #26 am: 06. Juli 2012, 12:45:11 Uhr »
Liegt daran, dass die Nazis auf dem Mond nach all den Jahren gar nicht mehr wissen, was die richtigen Nazis waren und getan haben. Die Mondnazis sind bis auf ein paar Elemente praktisch nicht mehr mit unseren zu vergleichen (was ja auch im Film gezeigt wird). Julia Dietz' Rolle zeigt das recht gut, imo. Keine Ahnung, wie man da jetzt den Holocaust unterbringen sollte, ohne das es völlig aus der Szenerie fällt.

Eben.

Das Adler als 0815-Comic-Superschurke herhalten muss liegt wohl daran, dass er ein 0815-Comic-Superschurke ist. Was daran liegt, dass der ganze Film schon allein auf Grund seiner absurden Thematik als B-Trash-Film inszeniert ist. Ich weiß nicht inwiefern du dich mit Comics auskennst, Abram, aber ich kann mich nicht erinnern dass im Kontext von Karl Ruprecht Kroenen bei "Hellboy" oder Red Skull bei "Captain America" (als Exempel), beides NAZI-Comic-Superschurken, irgendwo auf den Holocaust referiert wird. Jetzt nur mal so als Beispiel aus einem anderen medialen Hintergrund. Auch bei Indiana Jones, sowohl in den Film als auch in den Spielen, wird nicht auf den Holocaust referiert, da werden die Nazis auch nur als hinterhältige "Intelligenzja" und tumbe Schergen "verharmlost".
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Re: IRON SKY
« Antwort #27 am: 06. Juli 2012, 15:39:17 Uhr »
Liegt daran, dass die Nazis auf dem Mond nach all den Jahren gar nicht mehr wissen, was die richtigen Nazis waren und getan haben. Die Mondnazis sind bis auf ein paar Elemente praktisch nicht mehr mit unseren zu vergleichen (was ja auch im Film gezeigt wird).
Julia Dietz' Rolle zeigt das recht gut, imo. Keine Ahnung, wie man da jetzt den Holocaust unterbringen sollte, ohne das es völlig aus der Szenerie fällt.

Das hab ich schon verstanden, aber eben das trägt viel zur Verharmlosung bei, die ich kritisiere.


Das Adler als 0815-Comic-Superschurke herhalten muss liegt wohl daran, dass er ein 0815-Comic-Superschurke ist. Was daran liegt, dass der ganze Film schon allein auf Grund seiner absurden Thematik als B-Trash-Film inszeniert ist. Ich weiß nicht inwiefern du dich mit Comics auskennst, Abram, aber ich kann mich nicht erinnern dass im Kontext von Karl Ruprecht Kroenen bei "Hellboy" oder Red Skull bei "Captain America" (als Exempel), beides NAZI-Comic-Superschurken, irgendwo auf den Holocaust referiert wird. Jetzt nur mal so als Beispiel aus einem anderen medialen Hintergrund. Auch bei Indiana Jones, sowohl in den Film als auch in den Spielen, wird nicht auf den Holocaust referiert, da werden die Nazis auch nur als hinterhältige "Intelligenzja" und tumbe Schergen "verharmlost".

Hellboy und Indiana Jones kenne ich. Beide haben keine politische Dimension, die Nazis sind da austauschbare Schurken (so wie die Russen in vielen Ami Actionfilmen). Und Indiana Jones hat immerhin die Bücherverbrennung und den Adolf drinne. Iron Sky hat aber definitiv eine politische Dimension (von wegen Wahlkampf, Kommentare auf die Außenpolitik von G. W. Bush etc.).  Wie gesagt stimmt da für mich die Verhältnismäßigkeit bei Iron Sky einfach nicht, zwischen den Nazis und Amerika & der Menschheit. Da ist es mMn auch keine Entschuldigung, dass es ein B-Movie ist.
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Offline Cando Garon

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Re: IRON SKY
« Antwort #28 am: 06. Juli 2012, 17:21:38 Uhr »
Wie gut, dass du Captain America ausgelassen hast, der eindeutig eine politische Dimension trägt und trotzdem nicht auf den Holocaust referiert. Deiner Auffassung nach wären dann wohl auch sämtliche sowjetischen Filme, die sich mit der Nazizeit auseinandersetzen verharmlosend, da sie den Holocaust bzw. das gänzliche Schicksal der Juden nicht thematisieren, jedoch ganz eindeutig politisch aufgeladen sind.
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Re: IRON SKY
« Antwort #29 am: 06. Juli 2012, 18:15:52 Uhr »
Erinnert mich an Franz + Polina. Cooler Film.
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Offline Abram

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Re: IRON SKY
« Antwort #30 am: 06. Juli 2012, 19:05:30 Uhr »
Wie gut, dass du Captain America ausgelassen hast, der eindeutig eine politische Dimension trägt und trotzdem nicht auf den Holocaust referiert. Deiner Auffassung nach wären dann wohl auch sämtliche sowjetischen Filme, die sich mit der Nazizeit auseinandersetzen verharmlosend, da sie den Holocaust bzw. das gänzliche Schicksal der Juden nicht thematisieren, jedoch ganz eindeutig politisch aufgeladen sind.

Ja, mit Captain America hatte ich nie was am Hut, von daher habe ich dazu auch nix zu sagen. Und dass die Sowjets das nicht thematisieren ist jetzt keine große Überraschung, bei denen ist es ja kaum anders gelaufen mit den Juden...
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Offline Cando Garon

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Re: IRON SKY
« Antwort #31 am: 06. Juli 2012, 19:07:27 Uhr »
Aber bei den Finnen ist es anders gelaufen? Das wäre mir jetzt echt neu - wenn da überhaupt etwas gelaufen wäre...

€ grad nochmal nachgesehen: gab wohl 13 KZ in Finnland, die sich aber vorwiegend mit der Vernichtung von anderen Volksgruppen beschäftigt haben. Ist ja dann nicht so wichtig im Zusammenhang mit dem Holocaust, oder?....

Insofern ist diese ganze Diskussion eigentlich obsolet
« Letzte Änderung: 06. Juli 2012, 19:10:50 Uhr von Cando Garon »
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Re: IRON SKY
« Antwort #32 am: 06. Juli 2012, 19:10:01 Uhr »
Aber bei den Finnen ist es anders gelaufen? Das wäre mir jetzt echt neu - wenn da überhaupt etwas gelaufen wäre...

Insofern ist diese ganze Diskussion eigentlich obsolet

Wieso denkst Du das? weil ich eine andere Meinung habe und den Film kritisiere den Du toll findest? Ich finde sie eigentlich recht interessant.
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Re: IRON SKY
« Antwort #33 am: 06. Juli 2012, 19:11:23 Uhr »
Das Problem ist, dass deine Kritik arg haltlos ist. Hätten die Macher ein Mondkz aufziehen sollen, mit Mondjuden, um zu zeigen, wie böse die Mondnazis sind?
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Offline Cando Garon

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Re: IRON SKY
« Antwort #34 am: 06. Juli 2012, 19:23:33 Uhr »
Meinungen kann jeder haben. Sie sind wie Arschlöcher  :s000: Nein, weil du mit 2 verschieden Maßstäben misst.

Du meinst, ein satirisch intendierter finnischer Film zu besagter Thematik mit vorwiegend deutschem Personal müsse dem Publikum unbedingt die Holocaust-Problematik (KZs auf dem Mond???) um die Ohren schlagen, um moralisch (?) glaubwürdig zu sein. Thematisiert hingegen ein sowjetischer Film weder den Holocaust der Nazis noch den Homizid bzw. die Deportation sowjetischer Bürger jüdischen Glaubens, wird dies von dir ziemlich lapidar mit dem Verweis auf die Ähnlichkeit der Umstände im 3. Reich und der SU abgetan.

Jetzt nochmal gefragt: wieso sollten Finnen in einer "Klamotte" nach gängiger B-Film-Tradition mit bewusst gewählten schablonenhaften Figuren und einer Ausstattung mit fiktionale Technik der 40er Jahre im Rahmen eines Exodus zum Mond - also ein dezidiert kontrafaktisches, ahistorisches Szenario (!) - mit dem Vorsatz der Humorigkeit und dem Preisgeben der Lächerlichkeit der Nazis zuzüglich aktueller politischer Bezugnahme auf ein reales, historisches Geschehen Bezug nehmen lassen?

Weil es zum Guten Ton gehört?

€ Ist zwar schon 4 Jahre alt, aber auch die heutigen Russen verharmlosen die Nazis ungemein:

http://www.spiegel.de/kultur/kino/filmsatire-gitler-kaput-die-nackte-russische-kanone-a-584424.html
« Letzte Änderung: 06. Juli 2012, 19:26:55 Uhr von Cando Garon »
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Re: IRON SKY
« Antwort #35 am: 07. Juli 2012, 16:29:53 Uhr »
Das Problem ist, dass deine Kritik arg haltlos ist. Hätten die Macher ein Mondkz aufziehen sollen, mit Mondjuden, um zu zeigen, wie böse die Mondnazis sind?

Ich halte meine Kritik für durchaus berechtigt und auch daran fest (siehe unten). Wie man den Nazis hätte gerecht werden können, ohne den Film großartig zu verändern, habe ich oben schon aufgezeigt. Und das war jetzt nur eine random Idee. Es gäbe mit Sicherheit zig andere Möglichkeiten. Ist aber auch nebensächlich, weil der Punkt ist, dass es eben nicht passiert ist.

Meinungen kann jeder haben. Sie sind wie Arschlöcher  :s000: Nein, weil du mit 2 verschieden Maßstäben misst.

Du meinst, ein satirisch intendierter finnischer Film zu besagter Thematik mit vorwiegend deutschem Personal müsse dem Publikum unbedingt die Holocaust-Problematik (KZs auf dem Mond???) um die Ohren schlagen, um moralisch (?) glaubwürdig zu sein. Thematisiert hingegen ein sowjetischer Film weder den Holocaust der Nazis noch den Homizid bzw. die Deportation sowjetischer Bürger jüdischen Glaubens, wird dies von dir ziemlich lapidar mit dem Verweis auf die Ähnlichkeit der Umstände im 3. Reich und der SU abgetan.

Jetzt nochmal gefragt: wieso sollten Finnen in einer "Klamotte" nach gängiger B-Film-Tradition mit bewusst gewählten schablonenhaften Figuren und einer Ausstattung mit fiktionale Technik der 40er Jahre im Rahmen eines Exodus zum Mond - also ein dezidiert kontrafaktisches, ahistorisches Szenario (!) - mit dem Vorsatz der Humorigkeit und dem Preisgeben der Lächerlichkeit der Nazis zuzüglich aktueller politischer Bezugnahme auf ein reales, historisches Geschehen Bezug nehmen lassen?

Weil es zum Guten Ton gehört?

€ Ist zwar schon 4 Jahre alt, aber auch die heutigen Russen verharmlosen die Nazis ungemein:

http://www.spiegel.de/kultur/kino/filmsatire-gitler-kaput-die-nackte-russische-kanone-a-584424.html

Nein Cando, ich messe nicht mit zwei Maßstäben. Ich messe nur mit einem und zwar beim Film Iron Sky. Ich kritisiere, dass der Film den moralischen Zeigefinger gegen die materialistische Menschheit erhebt, die von skrupellosen und rücksichtslosen Amerikanern dominiert wird, aber gleichzeitig die Nazis verharmlost. Irgendwelche Sowjetfilme oder amerikanische Comics würden hier nur in sofern eine Rolle spielen, als dass sie entsprechende inhaltliche Parallelen aufwiesen. Täten sie das und würden sie die Nazis in der gleichen Weise verharmlosen, würde ich sie genauso kritisieren. Allerdings ist mir kein anderer Film bekannt in dem negativ konnotierte Nazis gegen einen ebenfalls negativ konnotierten Rest der Menschheit stehen.

Völlig verfehlt ist Dein Versuch, hier irgendwelche Sowjetfilme heranzuziehen und die heutige finnische Filmproduktion in Bezug auf den Umgang mit der Judenverfolgung im 3. Reich, in eine Reihe mit der der SU zu stellen. Wie gesagt wurden auch in der SU die Juden verfolgt und die sowjetische Kunstszene war wohl etwa so frei, wie die Chinas heute (wobei die Zensur in verschiedenen Zeitperioden sicher mal mehr mal weniger streng war). Dass in einem solchen System Verbrechen die man selbst in ähnlicher Weise begeht nicht großartig in Filmen auftauchen, überrascht mich wie gesagt nicht. Die Russen (wie viele andere Nationen) sind auch nicht dafür bekannt ihre Vergangenheit großartig aufzuarbeiten, was ja auch einer gewissen Logik nicht entbehrt (Weshalb die Anerkennung des Massakers von Kartym durch Medwedew auch ein absolut historisches Ereignis war). Von Leuten die in einer freien pluralistischen Gesellschaft wie Finnland heute Filme machen, erwarte ich da doch etwas mehr, da man hier nicht behaupten kann Zensur oder Repressionen fürchten zu müssen.

Mein Maßstab ist folgender: Die Nazis nehmen dadurch, dass sie die Massenvernichtung von Zivilisten industrialisiert haben, schlicht die Spitzenposition im historischen Ranking des Bösen ein. Im Film erscheinen sie aber weit Harmloser als die Amerikaner und der Rest der Menschheit, die durch Habgier verwirklicht, was die Nazis nicht hinbekommen: Nämlich den nuklearen Holocaust. Ich kritisiere den Film also, weil er den moralischen Zeigefinger gegen das konservative Amerika und seine Außenpolitik erhebt, sowie gegen den Rest der Menschheit, aber eben gleichzeitig die Nazis verharmlost. Ist mir unklar wie man diese als haltlos abtun kann.

Dass der Film ein B-Movie ist, ist dabei doch keine Entschuldigung, oder gar Erklärung. Was wollt ihr damit überhaupt sagen? Dass der Film nichts als geistiger Dünnpfiff ist und jedes Nachsinnen darüber zu viel? Jeder Künstler nimmt seine Arbeit ernst und hat auch was zu sagen, sonst hätte er wohl einen anderen Beruf. Die Aussage dieses Films halte ich für bedenklich, weil er die Nazis in Relation zu ihrer Nachwelt verharmlost (die im übrigen durchaus zu recht kritisiert wird). Iron Sky ist sogar doppelt und dreifach zu kritisieren, weil es hier keine extremen monetären Interessen gab und die Macher wohl ziemlich viel Kontrolle über ihren Film hatten, ohne dass ihnen Studiobosse oder sonstwer großartig reingepfuscht hätten.


« Letzte Änderung: 07. Juli 2012, 16:32:50 Uhr von Abram »
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Re: IRON SKY
« Antwort #36 am: 07. Juli 2012, 16:50:51 Uhr »
Ich glaube, du kritisierst hier das der Zuschauer nachdenken muss und ihm nicht auf dem silbernen Tablett ausgebreitet wird, wie böse die Nazis sind. Wenn ich den Film so hinnehme wie er ist, sehe ich, dass Nazis früher scheinbar gut waren und nur Gutes im Sinn hatten. Wenn ich aber etwas über den Film nachdenke, sehe ich, dass das nicht der Fall ist. Super Beispiel dafür ist u.a. die zensierte Version von Chaplins The Great Dictator, dass in der Naziversion nur 10 Minuten lang ist und auf der Erde im Kino plötzlich 150 Minuten hat, oder Rulia Dietz' Rolle, die später erkennt, dass die Nazis eigentlich etwas völlig anderes sind und waren, der Vergleich mit den heutigen Nazis dann, usw.
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Re: IRON SKY
« Antwort #37 am: 07. Juli 2012, 18:13:46 Uhr »
Ich kritisiere die Verhältnismäßigkeit der Negativdarstellung von Nazis und dem Rest der Menschheit (allen voran den Amis) im Film (die doch recht offensichtlich ist). Die Figur der naiven Renate trägt natürlich zur Verharmlosung bei, aber das eigentliche Problem ist einfach das Gesamtverhältnis beider Seiten und das Ende des Films. Wie gesagt ist auch Adler, die fiese Antithese zu Renate, ein 0815 Bösewicht und kein ausgemachter Nazi-Bösewicht.
« Letzte Änderung: 07. Juli 2012, 18:16:46 Uhr von Abram »
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Offline Zitrusfrucht

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Re: IRON SKY
« Antwort #38 am: 27. Juli 2012, 15:53:28 Uhr »
@ Abram: Es ist Satire und Naziexploitation. Ist doch klar dass man dann nicht erstmal Bilder aus Buchenwald zeigt, es geht darum das ganze durch den Kakau zu ziehen. Ich fand eher dass sie es mit der Goofieness des ganzen untertrieben haben, ich hätte noch erwartet dass sie Hitler klonen oder sowas.
Ich seh auch nicht das er die Nazis verharmlost, die Welt in die Luft sprengen zu wollen ist doch ziemlich gemein, oder nicht? Du musst auch einen Film daran bewerten was er darstellen will und wie er es tut. Und an einer Satire solltest du die Maßstäbe einer Satire anlegen und nicht eines Dokumentarfilms.

Ich fand es auch eher gut dass auf den Mond überwiegend 'normale' Leute leben und nicht nur Nazizombies. Gerade am Ende als alles in Trümmern liegt kommt ja doch die abschließende Moral durch die 'geläuterte' Renate.
Tanzt den Zitrus! O0 #bang


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Offline Smilodon

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Re: IRON SKY
« Antwort #39 am: 10. Dezember 2013, 10:02:00 Uhr »
Es gibt jetzt auch einen "Directors cut".  :D
Lohnt sich die 19 Minuten anzuischauen...
Übrigens sehe ich das Gleichgewicht der Bösartigkeiten sehr gut ausgeleuchtet und absolut up to date, wenn ihr versteht was ich meine... : #thumbsup
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