Autor Thema: Schatten  (Gelesen 2389 mal)

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Offline Vaultmensch

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Schatten
« am: 17. Dezember 2013, 17:59:43 Uhr »
Hey, Fallout-Fans.
Das hier ist mein erster Beitrag, nachdem mein erster Versuch, einen Beitrag zu schreiben von meiner heimtückischen W-LAN-Verbindung unterbrochen wurde.  :wall1cf:
Ich habe einfach mal aus Langeweile beschlossen, eine kleine Kurzgeschichte zu schreiben und wie jeder, der irgendetwas geschaffen hat und sich nun wie ein Künstler fühlt, würde ich mich über ein Feedback freuen.
Ich habe nicht wirklich viel Erfahrung im Schreiben, also wird der Text wahrscheinlich sowieso schlecht.


Du lauerst, auf allen Vieren. Im Schatten, wo die Schmerzen, das Licht dich nicht finden können.
Bei dir ist es kühl und feucht, deine nackten Hände und Knie ruhen auf dem Boden und du spürst keine Schmerzen.
Du bist hier sicher, in deinem Teil der Welt.
Hinter deinem Rücken ist viel Platz. Es leuchtet dort und ist warm, aber das Leuchten tut gut, die Wärme lässt dich Vergessen.
Über dir ist es dunkel und fest, deine Welt ist sehr niedrig.
Doch sie ist sicher.
Doch nur wenig vor dir ist es grell und schmerzhaft.
Der raue Grund wird angestrahlt, vom großen Feuer im Himmel.
Das Feuer ängstigt dich.
Es wird dich verbrennen, dir unerträgliche Qualen bereiten.
Allein die ferne Erinnerung lässt dich aufstöhnen.
Du würdest gerne in die Dunkelheit deiner Höhle zurückweichen, wo du sicher bist, wo du immer warst, doch du wirst angetrieben.
Vom Hunger auf Fleisch.
Dort draußen, außerhalb deiner Welt ist das Fleisch.
Es muss köstlich sein, die Vorstellung, deine Zähne in es hineinzuschlagen, allein die Erinnerung vom süßen Duft des Blutes, dass schwarz auf dem rauen Boden fließt, lassen dich so nah am grellen Schmerz bleiben.
Das Fleisch lebt und es ist groß.
Das ist gut, das ist köstlich!
Es kann sich nicht bewegen, es ist gestürzt, verletzt doch nicht tot.
Begierig betrachtest du deine Beute. Die Haut, diese Haut! Sie scheint regelrecht vom Körper abzuhängen, doch du siehst kein Blut. Du kennst die Farbe nicht, sie ist so grell, greller als das Feuer und ihre Konsistenz scheint zäh zu sein, während der Kopf eine graue, merkwürdig im grellen Feuer glänzende Form ist.
Das Wesen ist fremd, doch du spürst seine Angst und seinen Schmerz und wenn ein Wesen fürchtet, wenn es leidet, dann kannst du es auch fressen.
Nein.
Es ist nicht fremd. Für einen Winzigen Moment wusstest du wieder, was dort im Staub, beim grellen Feuer liegt.
Du krabbelst wieder über den Boden, springst auf das kalte Blech neben dir, ohne auch nur einen Laut von dir zu geben.
Du weißt nicht mehr, was dort liegt.
Egal. Es ist unerreichbar.
DOCH du willst es, du verzehrst dich danach und aus deinem Mund tropft der Speichel.
Er schlägt mit einem leisen Platschen auf dem Boden auf und du fährst dir mit deiner ausgetrockneten Zunge über die rauen, narbigen Mundwinkel, jeder Tropfen Flüssigkeit ist wichtig.
Vor Ungeduld beginnen deine Finger zu zittern.
Dieses ... grausame, grausame BRENNEN!
Unter deinem schwach schlagenden Herzen trägst du ein Loch in dir, eine Lücke, die gefüllt werden muss! Der Hunger und die schiere Gier reißen dich mit, in einen Strudel aus Begierde, der dich in den Wahnsinn treibt.
Du wirst immer unruhiger, deine Beine zucken und deine Augen beginnen umherzuhuschen. Wo gibt es einen Weg ohne das Licht?
Nirgends. Hunger und Sicherheit, Schmerzen und Fleisch?
Hunger und Sicherheit, Schmerzen und Fleisch?
Hunger und Sicherheit, Schmerzen und Fleisch?
Hunger. Hunger. Schmerzen.
Fleisch.
Du beginnst Luft einzusaugen, wie du es ewig nicht mehr gemacht hast.
Die Luft löst den Schleim von deiner Innenseite und du beginnst zu Husten, zu Keuchen, während deine Brust sich immer schneller, immer öfter hebt und senkt.
Dein altes Herz droht zu explodieren.
Und mit animalischer Wut stößt du dich von deinen Händen ab, stehst aufrecht, auf deinen Beinen und du kreischt, so laut du kannst.
Hechelnd und geifernd springst du, in großen Sätzen, aus dem Schatten hinaus, reißt das Maul auf, um dir dein Fleisch zu holen.
Du bist im Feuer.
Doch die Schmerzen, die Schmerzen bleiben aus.
Überrascht bleibst du stehen.
Es ist trocken und heiß, doch du verbrennst nicht.
Es ist hell und sticht in den Augen, doch du erblindest nicht.
Du siehst eine neue Welt, ohne das Leuchten und die Wärme, ohne die Enge, das Blech.
Über dir ist unglaublich viel Platz, die Grenzen dieser Welt kannst du nicht sehen.
Die Wände, sie ragen so hoch, dass du fassungslos bist.
Du spürst etwas, das du vergessen hast.
Wind.
Ein Geräusch neben dir.
Du drehst dich um.
Du hast das Fleisch vergessen.
In der Mitte des grauen Kopfes, erkennst du zwei schwarze Löcher, die dir noch nicht aufgefallen waren. Der rechte Arm ragt in die Luft und deutet auf dich. An der Spitze des Arms befindet sich etwas, das aussieht wie Blech.
Und plötzlich kommen der Schmerz und das grelle, grauenvolle Feuer über dich hineingebrochen und ein Knall, so unglaublich laut bringt deine Ohren zum Klingen.
Du vergisst das Fleisch und willst dich umdrehen, aber plötzlich verlierst du die Kontrolle über dich.
Du spürst, wie du auf dem nackten Rücken aufschlägst, der Boden ist so hart.
Du versuchst, wieder aufzuspringen, jeder Instinkt befiehlt es dir.
Doch du kannst nicht.

Der Mann ihm Strahlenschutzanzug mit der Pistole in seiner Hand blickte von seiner Lage aus auf den wilden Ghul, der nur wenige Meter neben ihm zusammengebrochen war.
Ein Fächer aus Blut breitete sich um seinen Rücken aus, dort wo das Projektil ausgetreten war.
Der Wilde zuckte noch mit seinem fauligen, mageren Beinen und röchelte leise.
Er legte unter großer Anstrengung ein zweites Mal an und drückte ab.
Durch die Schmerzen seines zerschmetterten Beins und die Gasmaske, die fest auf seinen Schultern saß, klangen seine Worte verzerrt und sein Atem rasselnd:
„Mich kriegt ihr nicht, ihr gottverdammten Schlürfer.“
I don't know where I've been, but I know where I'm going