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Rezension: Zeno Clash Drucken

Vault Schreiberling

Zeno Clash

Ghat, Hauptcharakter in Zeno Clash, einem „Punk Fantasy-Spiel“, wie die Entwickler es betiteln, öffnet die Augen, ist noch leicht benommen. Vor ihm liegt Vater-Mutter, ein zweigeschlechtliches Wesen, tot am Boden und einige andere Gestalten liegen daneben, niedergeschlagen. Der Spieler weiß, hier muss etwas wichtiges passiert sein, weitere Infos bleiben allerdings aus. Kurz darauf bestätigt sich auch die Vorahnung: Gath muss aus seiner Heimatstadt „Halstedom“ fliehen, denn der ganze Ort ist hinter ihm her. Was ist passiert und wie kam es dazu? Der Spieler wird darüber im Dunkeln gelassen. Vorerst.

Entwickelt wurde das Indie-Game „Zeno Clash“ vom chilenischen ACE-Team, quasi Neueinsteigern in der Branche, was man dem Spiel auch an einigen Stellen ansehen kann, an anderen aber wiederum rein gar nicht. Dazu aber folgend im Detail:

Die Spielwelt.

Schräge Häuser, unwirklich geformte Felsen, bizarre Hintergründe in den unterschiedlichsten Farben, wie gemalt von Künstlern der abstrakten Kunst und dazwischen irgendwo bekannte Figuren, die aber doch völlig anders sind, basierend auf Menschen, Elefanten, Schweinen, Ratten oder etwas zu groß gewachsenen Hamstern. Das ist die Welt von Zeno Clash. Bekannt und doch völlig anders, inspirierend, antreibend, neu. Anstelle das Spiel in unserer Zeit oder in Tolkiens Fantasiewelt, die Tausendste anzusiedeln, haben sich die Entwickler vom ACE-Team nämlich, im Gegensatz zu so einigen anderen, hingesetzt und sich eine komplett neue Welt aus den Rippen geschnitten, die so verrückt und frisch aussieht, wie keine andere seit langer Zeit. Die letzte vergleichsweise ähnliche Welt wäre wohl die Oddworld, erschaffen von Oddworld Inhabitants, wobei selbst diese nicht in einem so abgedrehtem Look daher kommt. Lediglich die Charaktere scheinen vom Stil vergleichbar.

Das Thema mit dem auf die Fresse hauen...

Wie inzwischen schon weitläufig bekannt sein sollte, handelt es sich bei Zeno Clash um ein in der Ego-Perspektive ablaufendes Hau-drauf-Spiel. Der Spieler macht praktisch die ganze Zeit nichts anderes, als gekonnt und mit Wucht auf diverse Gegner einzuprügeln, in vielen verschiedenen Kombinationen. Die Kämpfe sind dabei zum Teil fordernd und können auf höheren Schwierigkeitsgraden ab und an schon mal äußerst beschwerlich sein, vor allem dann, wenn man sich in die etwas träge Kampfsteuerung noch nicht so recht eingefunden hat. Letzteres ist leider auch der große Nachteil dabei: Ist man mit der Steuerung noch nicht richtig vertraut, neigt man stark dazu, bekannte Aktionen immer und immer wieder zu wiederholen, was die Kämpfe wiederum sehr schnell monoton wirken lässt. Vor allem bei den Boss-Gegnern macht sich diese Monotonie bemerkbar, da es deutlich einfacher ist, diese mit Schlag-Rückzug-Schlag-Manövern kampfunfähig zu halten, als wenn man erst mit großem Können und Geschick hin und her springt, was hier wiederum dafür sorgt, dass normale Gegner aufgrund ihrer Anzahl zum Teil schwieriger zu bewältigen sind, als besagte Boss-Gegner. Wäre das Spiel etwas länger, würden sich diese Probleme womöglich auch im Nichts auflösen, nur dummerweise sieht man schon das Ende, wenn gerade die Zeit gekommen ist, in der man endlich die meisten und wichtigsten Kniffe, wie Gegner wegschleudern oder das korrekte Blocken mit angehangenem Konterangriff, raus hat.

Die Technik dahinter.

Viertrieben wurde Zeno Clash online bei Release via VALVe’s Steam-Plattform. Das Spiel selbst fußt auch auf VALVe-Technik, nämlich auf der Source Engine von VALVe, die auch bei Half-Life², Counter-Strike: Source oder Left4Dead zum Einsatz gekommen ist. Obwohl die Engine schon nicht mehr die Aktuellste ist, schafft es Zeno Clash dennoch, eine hübsche und überzeugende Spielwelt darzustellen, wobei die Weitsicht hier besonders glänzt. An einigen Ecken und Kanten jedoch erkennt man die bereits etwas alternde Source Engine.

Was die Flüssigkeit des Spielens betrifft, so kann man sagen, dass alle Maps leider sehr klein und geradlinig daherkommen. Länger als ein paar wenige Minuten braucht man eigentlich für keinen der (dafür zahlreichen) Level-Abschnitte. Die Folge daraus sind häufige und längere Ladezeiten, sobald der Spieler in den nächsten Abschnitt geleitet wird. Ein Vorteil, der sich allerdings daraus ergibt: Die kleinen Maps sorgen wiederum auch dafür, dass das Spiel sogar auf bereits schwächeren Systemen noch ganz gut zu spielen ist.

Auch ein wenig negativ fällt die Art und Weise auf, wie die Geschichte von Gath erzählt wird. Diese wird dem Spieler in der Gegenwart und Vergangenheit bruchstückhaft nach und nach vorgetragen und nachgespielt, was selbst allerdings kein Problem ist- Hier fügt sich nur die Art oder besser gesagt, die Härte der Zeitsprünge ins Bild: Manchmal überkommt einfach das Gefühl, man hätte während der Erzählung mehr des Geschehens übersprungen, als dabei wirklich notwendig gewesen wäre. In Kombination mit den wirklich kurzen Levelabschnitten mit den vergleichsweise langen Ladezeiten, wird so praktisch dafür gesorgt, dass der vertiefte Spieler jedesmal wieder aus dem Gefüge gerissen wird, sich zurück in den Stuhl fallen lässt und seufzt...

Von Käfern und anderem Ungeziefer...

Für heutige Verhältnisse, was das Veröffentlichen von Spielen angeht, ist Zeno Clash außerordentlich Bugfrei. Bis auf so einigen Schreibfehlern in den deutschen Untertiteln, bei denen beispielsweise anstelle von „bin“ ein „ist“ steht, sowie einigen anderen außerordentlich merkwürdigen Übersetzungen, läuft das Spiel recht geschmeidig. In seltenen Momenten kann es allerdings doch mal passieren, dass die Physik-Engine etwas verpatzt reagiert und Gegner dadurch durch Wände fliegen lässt, die eigentlich nicht dafür gedacht waren...

Fazit.

Das Setting ist auf jeden Fall das Beste seit Oddworld und auch die Story wird mit der Zeit immer spannender, obwohl der Anfang doch leicht schleppend ist. Wer mal wieder Bock auf etwas völlig anderes und abgedrehtes hat, sich aber auch nicht zu lange daran aufhalten will, ist mit Zeno Clash sicher ganz gut beraten. Wer allerdings etwas episches erwartet, wird enttäuscht werden. Etwas schade ist die sehr geringe Spielzeit, die für „durchschnittlich geübte Spieler“ bei ca. 3 bis maximal 4 Stunden liegt, wobei das vielleicht auch gleichzeitig die Rettung des Spiels ist, aufgrund der schnell eintönig werdenden Kämpfe. Ich persönlich hoffe erst mal nur, dass das ACE-Team mit Zeno Clash genügend Geld zusammen bekommen wird, um dadurch ein Zeno Clash 2 mit längerer Spielzeit und etwas mehr Variationen fertig stellen zu können. Noch dazu- Das Ende von Zeno Clash ist ein übler Cliff-Hanger. Man kann also wirklich nur darauf hoffen, dass uns noch ein zweiter Teil bevorstehen wird, der dann die Story treffend weiterspinnt oder zumindest alles zu einem runden Abschluss bringt.

Autor: Lexx

 

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